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9. Januar 2013

7 Vorsätze für integriertere und erfolgreichere Kommunikation im 2013

Das 2013 ist gerade einmal neun Tage alt. Dennoch kann ich beobachten, wie viele meiner Beraterkollegen sowie auch Kommunikatoren in Unternehmen, Organisationen und Verbänden bereits wieder voll und ganz in der täglichen Routine angekommen sind. Es ist noch nicht zu spät dieses Jahr etwas anders zu machen. Etwas dazu zu lernen. Integrierter und erfolgreicher zu kommunizieren.

Hier meine 10 Vorsätze für mehr Erfolg mit integrierterer Kommunikation. Sie richten sich sowohl an Kommunikationsberater wie an Leiter von Kommunikationsabteilungen, Pressestellen und CEOs.

1. Einen neuen Öffentlichkeitsbegriff etablieren

Viele Kommunikatoren setzen Öffentlichkeit immer noch mit klassischer Medienöffentlichkeit gleich. Um öffentliche Wahrnehmung für das eigene Unternehmen oder die eigenen Themen zu schaffen, streben sie in erster Linie nach Publizität in der klassischen Presse.

Tatsache ist heute aber, dass sich Konsumenten und Anspruchsgruppen zu fast allen Themen in erster Linie einmal online informieren. Will man also Wahrnehmung gestalten, greift die immer noch weitverbreitete Konzentration auf die Presse schlicht und einfach nicht mehr.

Es hilft dann auch nicht, wenn man bei Wahrnehmungsanalysen in erster Linie eine Medienanalyse macht. Vielmehr müssen hier Tools genutzt werden, die einen Erkenntnisgewinn dazu liefern, wie sich die Menschen im Web zu einem Thema informieren. Ein solches Werkzeug ist zum Beispiel Google’s Adword Keyword Tool. Wie man das einsetzt, habe ich auf meinem Blog beschrieben.

2. Mehr wie Forscher denken und arbeiten

Sehr viele Kommunikationsprofis auf Agentur- wie Unternehmensseite tun sich schwer damit, mit dem raschen digitalen, sozialen und mobilen Wandel mitzuhalten. Ich bin davon überzeugt, dass dies geändert werden könnte, wenn Kommunikationsprofis stärker wie Forscher denken und arbeiten würden.

Kommunikationsprofis, die sich als Forscher verstehen…

  • Halten täglich die Augen und Ohren offen nach neuen Instrumenten und Plattformen, die für ihre Tätigkeit relevant sein könnten.
  • Machen das Testen solcher Instrumente und Plattformen zu einem integrierten Bestandteil des täglichen Jobs. Für sie ist das keine lästige Zeitverschwendung, die an den digitalen Strategen delegiert werden kann, sondern eine wichtige Investition in die eigenen Fähigkeiten und damit in die Wettbewerbsfähigkeit seines Arbeitgebers oder Unternehmens.
  • Ja, Ausprobieren und Testen braucht Zeit und manchmal auch Nerven. Und nicht jedes Experiment verläuft erfolgreich. Ein Forscher lernt aber mit jedem Experiment dazu. Genauso müssen auch Kommunikationsprofis zu denken, arbeiten und lernen beginnen.

Ich habe diese Punkte in meinem Plädoyer für ein neues Selbstverständnis von PR- und Kommunikationsprofis vertfieft.

3. Eine Content Strategie erarbeiten

Alle sprechen über Facebook und Twitter. Aber was jedes Unternehmen mit Anspruchsgruppen benötigt, ist eine Content Strategie. Nur mit einer Content Strategie im Kern, kommt auch die Social Media Strategie zum fliegen.

4. Ein differenzierteres Verständnis von Facebook entwickeln

Diese Argumentation höre ich sicherlich jede Woche einmal:

3.1 Millionen SchweizerInnen sind auf Facebook. Wir müssen unbedingt eine Facebook Seite erstellen. “

Meine Antwort lautet dann meist:

“Nun, in der Schweiz gibt es heute über 10 Millionen Mobiltelefone, wir sollten unbedingt eine neue Telefonnummer lösen”.

Das ist natürlich eine Vereinfachung. Eine sinnvolle Facebook Strategie kann Teil einer integrierten und mobilen Kommunikationsstrategie sein.

Was ich damit ausdrücken will ist Folgendes: Ich bin überzeugt, dass in der Schweiz viele Unternehmen unverhältnismässig viel Ressourcen in Facebook investieren. Nicht für jedes Unternehmen, nicht für alle Ziele und Anspruchsgruppen ist Facebook die beste Option.

Ich denke viele Unternehmen könnten effizienter und wirksamer kommunizieren, indem sie ein differenzierteres Verständnis von Facebook entwickeln. Ich werde das in einem späteren Beitrag noch detaillierter aufarbeiten.

5. Über eine Multimediastrategie nachdenken

Das Web ist heute visuell. Es sind Bilder und Videos, die die Aufmerksamkeit von Nutzern auf sich ziehen und so zu einer vertieften Auseinandersetzung mit Themen führen. Das belegt zum Beispiel auch eine Studie von PR Newswire, die zeigt, dass multimediale Medienmitteilungen fast 10x mehr Sichtbarkeit erreichen als klassische.

Wie ich hier aufgezeigt habe, hinken die meisten Schweizer Unternehmen dieser Entwicklung hinterher. Sich 2013 ernsthaft mit einer Multimediastrategie auseinanderzusetzen.

6. Sich am Austausch in der Schweizer Kommunikationsbranche beteiligen

Am meisten lernt man im Austausch mit Menschen, die sich mit ähnlichen Themen beschäftigen. Die Schweizer Kommunikationsbranche pflegt diesen Austausch meiner Meinung nach noch zu wenig. Klar gibt es Events und Treffen. Ein paar jedes Jahr.

Das ist aber zu wenig. Wünschenswert wäre, wenn dieser Austausch genauso ein Teil der täglichen Arbeit wird, wie das Lesen der Branchenmedien am Morgen oder das Beantworten von Kunden E-Mails.

Dazu kommt, dass jede Branche ihre eigenen Plattformen und damit in erster Linie Austausch unter sich pflegt: Die PR Leute, die Werber und die Social Media und Marketing Cracks. Wir würden alle von einem Austausch über diese Grenzen hinweg profitieren.

In diesem Kontext habe ich Ende letztes Jahr die Google+ Community “Kommunikationsbranche Schweiz” gegründet. Es wäre schön zu sehen, wenn sich dort mehr Kommunikatoren aus den unterschiedlichsten Bereichen aktiv beteiligen würden. Auch sehr empfehlen kann ich die folgenden G+ Communities: Online Marketing Schweiz und Content Strategie. Wer lieber auf Twitter diskutiert, ich pflege auch eine Twitter Liste mit Mitgliedern aus der Schweizer Kommunikationsbranche.

7. Das kommunikative Gärtchendenken überwinden

Inc.com hat’s Ende 2012 schön vorausgesagt:

“Werbungen werden Artikel sein, Artikel werden Werbung sein.”

Der Untertitel dazu:

“Vergiss Banners und Pop-Ups. Baue eine Verbindung zu Konsumenten via Blogs, Videos, White Papers und anderen Inhalten auf. “

Was In.com beschrieb, ist eine Konsequenz des rasant voranschreitenden digitalen, sozialen und mobilen Wandels: Die Konvergenz von Medieninhalten und Formaten. Alte Unterscheidungen wie Paid, Owned und Earned Media greifen heute nicht mehr. Damit auch die klassischen Unterscheidungen von Werbung, PR und Social Media.

Diese Konvergenz zeigt sich heute zum Beispiel in Form von sponsored Stories auf Facebook, in Form von neuen Inhaltsexperimenten, die Buzzfeed durchführt oder an Kampagnen, wie dem aktuell laufenden Experiment von Associated Press an der Consumer Electronics Messe in Las Vegas.

Inhalte sind im Web wie Wasser, sie fliessen von Plattform zu Plattform, und sie können dabei die unterschiedlichsten Formen annehmen. Die erfolgreichsten Kommunikatoren werden diejenigen sein, die das immer noch weit verbreitete Gärtchendenken überwinden.

Autor

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ist digitaler Stratege und Mitglied der Geschäftsleitung bei FARNER Consulting. Er schreibt hier, auf themenpuls.ch sowie auf seinem persönlichen Blog. Daniel kann man auch auf Twitter folgen.
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