Magen-Darm-Grippe, Diskushernie, Migräne – man findet eigentlich für jede Krankheit die passende Informations- bzw. Diskussionsplattform im Internet. Gemäss einer repräsentativen Studie der WHO (Andreassen et al., 2007) suchen bereits rund 71% der Internetuser online nach Antworten zu Gesundheitsfragen. Das Angebot an Gesundheitsplattformen wächst und wächst. Doch welche Portale überzeugen mit den besten Informationen? Wo liegen die Unterschiede der verschiedenen Foren? Und weshalb sollte man die aktuellen Entwicklungen dieser Plattformen im Auge behalten?

Was macht das Konzept der Gesundheitsplattformen so erfolgreich?

Gesundheitsportale sind sehr gefragt: Gemäss der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF, Onmeda.de Seite 22, netdoktor.de Seite 23) werden einige Portale im deutschsprachigen Raum jeden Monat von über 2 Millionen Nutzern besucht. Herr und Frau Schweizer gelangen bei ihrer Suche nach Gesundheitsinformationen auf Schweizer Websites und vor allem auch auf Foren aus Deutschland mit einer grossen Community.

Die besucherstärksten Portale sind

  • Vielfältig. Von Krankheiten über Schönheitstipps bis zum Medikamentenlexikon: Ein umfangreiches Informationsangebot ist essentiell.
  • Kostenlos. Die preiswerteste Alternative im Gesundheitswesen.
  • Nutzerfreundlich. Eine übersichtliche Plattform ist das A und O.
  • Interaktiv. User vertrauen den Beiträgen und Erfahrungen anderer Nutzer mehr als redaktionellen Beiträgen.
  • Schnell. Administratoren oder andere User beantworten die Fragen rasch, warten ist unerwünscht.

Werden Experten eingebunden, steigt die inhaltliche Qualität

Die Ziele der Gesundheitsportale sind eigentlich klar: Barrieren zwischen der Fachwelt und Laien sollen abgebaut werden. Der Austausch innerhalb der Community und zwischen Laie und Experte steht im Vordergrund.

Und trotzdem sind die Unterschiede zwischen den Online-Anbietern gross. Während einige Foren von einem Administrator betreut und die Beiträge überwacht werden, stehen bei anderen Websites nicht die Qualität der Posts sondern deren Quantität im Zentrum. Dies spiegelt sich in spekulativen Diagnosen und Therapieempfehlungen wider. Und dies stellt wiederum die Glaubwürdigkeit derjenigen Unternehmen und Produkten in Frage, die z.B. mit Online-Bannern auf den Seiten präsent sind.

Im Gegensatz dazu legen einige Websites grossen Wert auf ein umfassendes Informationsangebot und kombinieren Expertenblogs mit einem Diskussionsforum und können so die ganze Palette der Onlineberatung abdecken, was für die User besonders attraktiv ist und einen echten Mehrwert bietet.

Die besucherstärksten Portale im deutschsprachigen Raum sind:

  1. Onmeda.de: Mit 2.41 Millionen monatlichen Usern (User per month = Upm), (Quelle: AGOF 2013-03, Seite 22) das erfolgreichste Portal aus Deutschland, das neben den umfassenden Online-Informationen zudem auch eine App anbietet.
  2. Netdoktor.de: Ebenfalls eines der führenden Portale im deutschsprachigen Raum (2.12 Millionen Upm, 2.13 Mio, Quelle: AGOF 2013-03, Seite 23), das mit einem ausführlichen und kompetenten Angebot überzeugt.
  3. Symptome.ch: Mit 1.2 Millionen monatlichen Nutzern das grösste Gesundheitsportal der Schweiz (Quelle). Der User erhält umfassende Informationen und kann sich zudem in einem Forum oder per Chat-Funktion aktiv einbringen.
  4. Pharmawiki.ch: Die Plattform mit 488’000 Upm (Quelle) überzeugt mit einem kompetenten Informationsangebot zu verschiedenen Krankheitsbildern und Medikamenten.
  5. Sprechzimmer.ch: Hier findet der User vielfältige Informationen und eine medizinische Online-Beratung (420‘000 Upm, Seite 4 – Quelle).
  6. Seniorweb.ch: Die interaktive Internetplattform (70‘000 Upm – Quelle) für die Generation 50plus bietet in der Rubrik Gesundheit Informationen und Antworten zu medizinischen Fragen.

Gesundheitsforen verändern die Arzt-Patienten-Beziehung

Millionen suchen online Informationen zu Beschwerden, Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten. Diese zunehmende Selbstinformation der Patienten fordert alle Stakeholder im Gesundheitsbereich heraus.

Der informierte Patient wird zunehmend kritischer und die Erwartungen gegenüber Ärzten steigen. Aber eine Herausforderung ist immer auch eine Chance: Das Internet ist ein Leitmedium für die Gesundheitskommunikation geworden. Eine dynamische und fokussierte Onlinestrategie ist der erste Schritt zum Erfolg. Mit einem entsprechenden Angebot können Unternehmen auf den genannten Plattformen an der Online-Diskussion teilnehmen oder eigens für ihre spezifischen Indikationen erstellte Plattformen zur Verfügung stellen. Mit umfassenden und seriösen Informationen, die über ihre eigenen Interessen hinausgehen, können sie den Usern einen echten Mehrwert bieten.

Ein gutes Beispiel hierfür ist die Website advancedbreastcancercommunity.org, die von Novartis USA betrieben wird. Das Portal bietet umfassende Informationen im Themenbereich Brustkrebs, hilfreiche Informationen zum Umgang damit sowie eine Online-Community für den Austausch unter Gleichgesinnten.