Patienten informieren sich mehr und mehr im Internet über Gesundheitsthemen und tauschen sich untereinander aus. Der informierte Patient wird kritischer und die Erwartungen gegenüber den Ärzten haben sich verändert. Was bedeutet dies für behandelnde Ärzte? Wie wird sich die Arbeit der Mediziner in Zukunft ändern und wo liegen die Grenzen der Onlinekommunikation?

Wir haben mit Dr. med. Daniel Desgrandchamps, Berater bei der Allianz der Kinderspitäler der Schweiz (AllKidS), über die zunehmende Selbstinformation der Patienten und die daraus resultierenden Chancen und Risiken gesprochen.

Laut Dr. med. Daniel Desgrandchamps ist der Bedarf an Informationen gestiegen und die Nutzung des Internets gehört zum Alltag aller Player im Gesundheitswesen: geschlossene Foren für den Austausch mit Kollegen oder informative Webseiten zu speziellen Themen erhöhen das Wissen und dienen Patient und Arzt. Die tägliche Arbeit des Arztes hat sich aus Sicht von Daniel Desgrandchamps aufgrund des Internets jedoch nicht grundlegend verändert. Der physische Kontakt zwischen Patient und Arzt sei trotz Internet und zunehmender Selbstinformation noch immer notwendig. Das betrifft nicht nur die korrekte Diagnosestellung und die Behandlung der Krankheit, der Arzt hilft dem Patienten auch, sich in der Informationsflut orientierten zu können.

Ein Gespräch um 5 zentrale Fragen

  1. Patienten haben dank Internet und Social Media Zugang zu immer mehr Informationen über Krankheiten und Behandlungen. Wie verändert dies die Arbeit als Arzt?
  2. Sehen Sie eine Gefahr, dass der Patient den Arzt mit einer vorgefertigten Meinung konfrontiert?
  3. Gibt es Gesundheitsportale und Seiten, die Sie als Arzt dem Patienten empfehlen?
  4. Wie nutzen Sie selbst das Internet für Ihre Tätigkeit als Arzt?
  5. Was glauben Sie, wie stark wird sich die Arbeit als Arzt in den kommenden Jahren noch verändern? Sehen Sie eine Möglichkeit, dass der Patient in Zukunft zum Beispiel seinen Ausschlag fotografiert und dem Arzt zusenden kann?
  6. Wo sehen Sie auch Grenzen in der Onlinekommunikation im Gesundheitswesen?