Im Gegensatz zur Migration oder zur Europafrage dominieren nicht die Polparteien sondern die Mitteparteien FDP, CVP, BDP, EVP, Grüne sowie  GLP  die energiepolitische Debatte in den Medien. Erstaunlich, denn einzig der GLP attestieren die Wähler einen grossen Sachverstand in der  Energie- und Umweltpolitik. Für ihre Verhältnisse wenig mediale Aufmerksamkeit erhalten die Polparteien SP und SVP in der Energiepolitik. Im Vorfeld der Abstimmung über den Atomausstieg am 27. November analysierten wir mit Hilfe von Themenpuls, welche Parteien in der Debatte besonders hohe mediale Aufmerksamkeit erhalten. Berücksichtigt wurden Artikel, die besonders viele Reaktionen in den Sozialen Medien auslösten.

GLP und Grüne sind zum Thema Energie stark präsent.  Die GLP setzte in den letzten drei Jahren insbesondere mit der schliesslich an der Urne grandios gscheiterten Initiative “Energie- statt Mehrwertsteuer” erste Akzente. Der hohe Wert der CVP erklärt sich auch dadurch, dass ihre Bundesrätin Doris Leuthard mit ihrer Energiestrategie 2050 dem Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) vorsteht. BDP und EVP sind ebenfalls mit energiepolitischen Themen stark präsent. Bemerkenswert ist, dass die Energiefrage eine derjenigen ist, wo sich die Mitteparteien erfolgreich finden. Die gemeinsame Position im Bereich der vom Parlament bereinigten Energiestrategie 2050  verschafft der Mitte denn auch mehr Gewicht.

Energiepolitische Medienpräsenz der politischen Parteien

Die nachfolgende Einschätzung vermag aufgrund der Datenlage (136 Artikel mit Parteiennennungen) eine Tendenz aufzuzeigen.

waehleranteil_und_medienpraesenz
Die Mitteparteien erhalten in der Berichterstattung eine aussergewöhnlich hohe Medienpräsenz.

Berechnung: Der Wert einer Partei ergibt sich aus dem Anteil der Parteinennungen in Artikeln zum Themenbereich “Energie” und der Häufigkeit, mit welcher die Partei in Artikeln mit Parteinennungen Erwähnung findet. Die nicht gewichteten Anteile der Parteien sehen wie folgt aus: SVP – 26 %, CVP – 21 %, GLP – 17 %, FDP – 11 %, Grüne – 10 %, SP – 7.5 %, BDP – 6 % und EVP – 1 %.

Den Parteien im linken Spektrum werden  gemäss der “Fors”-Studie tendenziell mehr Kompetenzen im der  Umwelt- und Energiepolitik zugebilligt, als den Parteien der Mitte oder des rechten Lagers. Da Umwelt- und Energiepolitik die Leserschaft zur Zeit in den Social Media und im Internet vergleichsweise wenig bewegen, liegt das Thema bei den übrigen Parteien eher brach. Aufgrund dieser Lücke im bürgerlichen Lager erhalten die Mitteparteien auffallend viel Raum in den Sozialen Medien, um sich energiepolitisch zu positionieren.