Die Digitalisierung entscheidet zunehmend über Erfolg oder Misserfolg von Unternehmen, Industriezweigen, Nationen. Das Thema ist omnipräsent – dabei den Überblick zu behalten ist schwierig, immer auf dem Laufenden zu bleiben anstrengend, über alles im Detail Bescheid zu wissen unmöglich. Darum haben wir verschiedene Experten eingeladen, ihre Sicht auf die Trends in einer Blog-Serie zur «digitalen Fitness der Schweiz» darzulegen.

Die Digitalisierung hat bereits zahlreiche Industrien in ihren Bann geschlagen. Und sie breitet ihre Tentakel immer weiter aus. So dringt sie mittlerweile auch in Branchen vor, die bis dato dem digitalen Fortschritt gegenüber eher skeptisch eingestellt waren. «Um ihren Wettbewerbsvorteil zu wahren und für die Zukunft gut aufgestellt zu sein, müssen Schweizer Unternehmen neue Wachstumschancen nutzen und den Spielraum für Digitalisierung voll ausschöpfen»,  schreiben denn auch die Autoren der Studie «Digitale Zukunftsfähigkeit» des Beratungsunternehmens Deloitte.

Denn wer zu Zurückhaltung in der Einführung neuer Technologien neigt und sich neuen digitalen Geschäftsmodellen verschliesst, wird den Anschluss verlieren. Dies gilt nicht nur für Wirtschaftssektoren, sondern auch für ganze Nationen. Denn für Staaten ist die Schaffung guter Bedingungen ein zentrales Anliegen, damit hiesige Unternehmen von den Fortschritten aufgrund der Digitalisierung profitieren können. Gemäss Bundeskanzler Walter Thurnherr ist «digitale Technologie heute der bedeutendste Treiber der Politik

Hier knüpft die Initiative digitalswitzerland an. Daniel Scherrer, Head of Communications bei digitalswitzerland, wird in seinem Beitrag erläutern, wie digitalswitzerland die Schweiz zu einem digitalen Innovationshub gestalten will.

Mit Drohnen den Mandelanbau, mit mobilen Lösungen das Banking optimieren

Die Art und Weise, wie wir arbeiten, einkaufen, unsere Vermögen verwalten oder uns fortbewegen wird von der Digitalisierung massgebend beeinflusst. Klar ist, dass der Paradigmenwandel, hervorgebracht durch die digitale Transformation, Industriesektoren unterschiedlich schnell erfasst. Ungeachtet des Tempos ist aber allen eines gemeinsam: vor dem Strukturwandel ist kein Wirtschaftszweig gefeit.

Im Gesundheitswesen beispielsweise hat die Digitalisierung längst Einzug gehalten. Worin sich das zeigt, und mit welchen Anforderungen Spitäler künftig beispielsweise hinsichtlich ihrer Kommunikation konfrontiert werden, hat meine Kollegin Nicole Meier kürzlich in einem Blog-Beitrag veranschaulicht.

Und auch im Landwirtschaftssektor – einen Sektor, der in der allgemeinen Wahrnehmung nicht zwingend mit Innovation verknüpft wird – ist die Digitalisierung gemäss Bundesrat Johann Schneider-Amman angekommen. Dass dies tatsächlich der Fall ist, veranschaulicht der Mandelanbau im US-amerikanischen Bundesstaat Kalifornien. Hier ist «das Management der Pflanzen das reinste Technikspektakel», wie die NZZaS in einem Beitrag die Lage beschreibt. Mandelbäume werden mittels GPS-gesteuerten Anpflanzungsmaschinen gesetzt, mit Infrarotkameras bestückte Drohnen überwachen die Plantage das Jahr über aus der Luft und senden auf das Tablet oder das Smartphone des Bauern für den erfolgreichen Anbau essenzielle Daten wie Bodenfeuchte oder Fotosynthese-Aktivität. Die Technologisierung ist hier wahrhaftig angekommen.

Auch die Finanzbranche wurde längst von der Digitalisierung erfasst, der Umbruch der Branche aufgrund des technologischen Fortschritts und dem Aufkommen von Fintechs ist bereits in vollem Gange. Finanzinstitute wappnen sich für die Zukunft: Auf der einen Seite digitalisieren sie im Middle- und Back-Office und sorgen so für eine gesteigerte Performance und niedrigere Kosten aufgrund von effizienteren Prozessen und anderweitigen Industrialisierungsmassnahmen. Andererseits innovieren sie an der Front, in der Interaktion mit dem Kunden – neue, digitale Banking-Lösungen und Kommunikationsmöglichkeiten werden von der Klientel gefragt. Der Swiss Business Innovation Club, der Treffpunkt Schweizer Finanzinstitute zur Gestaltung neuer Geschäftsmodelle und -ideen, wird in einem Beitrag über die Digitalisierung der Front berichten.

Rechtliche Konsequenzen und Reputationsrisiken – die Digitalisierung tangiert alle und alles

In der digitalen Welt sind Daten das neue Gold. Denn Daten eröffnen Unternehmen die Möglichkeit, exakte Profile ihrer Kunden zu erstellen, wodurch sie diese besser und persönlicher ansprechen, beraten und damit einhergehend den Erfolg ihrer Geschäftstätigkeit steigern können. Unternehmen weltweit sind in ihrer Geschäftstätigkeit immer stärker datengetrieben. Damit dies nicht mit Datensicherheit und Datenschutz kollidiert, werden in Europa und der Schweiz derzeit die gesetzlichen Regelungen angepasst.

Gemäss der neuen Gesetzgebung bleiben einem Unternehmen nach einem Data Breach genau 72 Stunden, um seiner Informationspflicht nachzukommen. Anka Kästner, Senior Consultant bei Farner Consulting, hat sich dem Thema bereits letzte Woche in einem Blog-Beitrag angenommen. Sie erläutert, wie neben finanziellen und operativen Einbussen bei einem Datenleck vor allem die Reputation eines Unternehmens leidet. Auch das ist Digitalisierung. Nächsten Monat wird RA lic. iur. Nicole Beranek Zanon, Gründungspartner der auf Technologie- und Wirtschaftsrecht spezialisierten Anwaltskanzlei de la cruz beranek Rechtsanwälte AG, dieses Thema hier in ihrem Beitrag weiter vertiefen.

Die Digitalisierung macht vor nichts und niemandem halt. Zusätzlich zu den bereits angekündigten Beiträgen werden in den nächsten Wochen und Monaten diverse weitere auf diesem Kanal zu lesen sein.

Verwandte Beiträge:

Verwandte Videos: