«Spieglein, Spieglein, an der Wand, wer ist der beste Arbeitgeber im Land?» Natürlich will jedes Unternehmen attraktiv sein für potenzielle Mitarbeitende. Nur – das ist leichter gesagt als getan. Vier wichtige Tipps aus unserer Erfahrung mit Employer-Branding-Projekten:

Employer Positioning & Branding ist ein langfristig angelegter, vielschichtiger Prozess. Wir bei Farner  Consulting stellen diesen anhand von vier Phasen in der «Employee Experience» dar.

In jeder Phase und an jedem Kontaktpunkt gilt es, dem (zukünftigen) Mitarbeitenden ein intensives und stimmiges Erlebnis zu bieten. Ausführlicher haben wir dieses Employer-Branding-Modell in unserem Blog-Beitrag vom 7.2.2017 beschrieben.

Heute fokussieren wir auf die Phase vor der Bewerbung. Wir nennen sie «attract». Denn schliesslich geht es darum: Als Arbeitgeber bekannt zu sein. Sich im Recruiting von der besten Seite zu präsentieren. Und geeignete Kandidatinnen und Kandidaten für die Personalrekrutierung «anzulocken». Klingt simpel, stellt Unternehmen in der Praxis aber immer wieder vor schwierige Fragen.

«Spieglein, Spieglein an der Wand…»

Tatsächlich geht es darum, die eigene Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern. Und da liegt es nahe, die eigene «Schönheit» zu messen und zu vergleichen. Verschiedene Dienstleister bieten hierzu kostenpflichtigen Studien an. Die bekanntesten:

  • Bei Universum nominieren Studenten und Fachleute die bevorzugten Arbeitgeber.
  • Beim Swiss Arbeitgeber Award bewerten die Mitarbeitenden ihr Unternehmen.
  • Great Place to Work bewertet Unternehmen auf Basis von Umfragen unter Mitarbeitenden und eigenen Analysen.

Viel Aufmerksamkeit erregen jeweils die von diesen Organisationen veröffentlichen Ranking-Listen, wie die erst kürzlich von Great Place to Work veröffentlichten «Besten Arbeitgeber der Schweiz». Es gilt aber zu bedenken: Wirklich profitieren können von dieser Aufmerksamkeit nur die top-platzierten Unternehmen.

Unser Tipp: Bei Rankings nur mitmachen, wenn Sie hier wirklich langfristig und massiv investieren können. Sonst Studien lieber nur intern nutzen, um die eigenen Stärken und Verbesserungspotenziale zu erkennen! Massgeschneiderte individuelle Messungen im Bereich Employer Branding bieten – neben den genannten – auch andere Dienstleister an, wie zum Beispiel das Reputation Institute.

Der Blick durch die Glastür

Egal, ob Sie sich einem Rating stellen oder nicht: Als Arbeitgeber werden Sie so oder so bewertet! Gerade jüngere Bewerber bilden sich oft den ersten Eindruck über zukünftige Arbeitgeber auf Portalen wie Kununu und Glassdoor. Hier bewerten und kommentieren heutige und ehemalige Mitarbeitende und Bewerber unaufgefordert Ihr Unternehmen.

Man kann dazu geteilter Meinung sein: endlich ein wirklich transparenter Blick in die Unternehmen! Oder doch eher ein Ventil für frustrierte (ehemalige) Mitarbeitende? Egal, was Sie davon halten: Gesehen werden diese Kommentare auf jeden Fall.

Dennoch haben erst wenige Unternehmen begonnen, diese Plattformen aktiv für ihr Employer Branding zu bewirtschaften. Gerade deshalb können Sie dort aber grosse Wirkung erzielen.

Unser Tipp: Überlegen Sie gut, wie wichtig diese Plattformen für Ihre Zielgruppe sind. Sporadische Antworten auf negative Kommentare sind wenig hilfreich. Wenn man sich engagiert, dann bitte konsequent und langfristig – nur so kann man Vertrauen aufbauen. Und wenn Sie nicht aktiv auftreten: auf jeden Fall ein waches Auge darauf halten!

Fokus, Fokus, Fokus

Sie haben in dieser ersten Phase der «Employee Experience» unzählige Möglichkeiten, mit potenziellen Mitarbeitern in Kontakt zu treten: die eigene Website, soziale Medien, Events und Besuchstage, Jobmessen, Medienartikel, Fachbeiträge, Rekrutierungs-Kampagnen und, und, und …

Kaum ein Unternehmen hat jedoch die Mittel, alle diese Kontaktpunkte zu bearbeiten. Es gilt also, klare Prioritäten zu setzen! Denken Sie dabei in folgenden Kategorien:

  • Welches sind die wichtigsten Zielgruppen-Profile für uns als Arbeitgeber? Auf welchen Kanälen und Plattformen sind diese am ehesten anzutreffen?
  • An welchen Kontaktpunkten waren wir bisher besonders erfolgreich? Unbedingt aufbauen. Welche bringen eher keine Wirkung? Abschaffen oder auf Status quo behalten.
  • Welche Touchpoints können wir auch kurzfristig optimieren? Auch wenn es eine langfristige Strategie braucht: Quick-wins helfen immer!

Unser Tipp: Stimmen Sie Ihre Massnahmen konsequent auf Ihre Ziele sowie die finanziellen und personellen Ressourcen ab. Achten Sie darauf, dass jeder Kontaktpunkt wirklich auf Ihre Employer Brand einzahlt. Versprechen Sie dabei nichts, was Sie nicht später auch in der Realität einlösen können. Und, ganz wichtig: Testen, messen, lernen und immer wieder verbessern!

Go social – or go away

Sie wollen sich als Arbeitgeber zeigen, der bereit ist für die Zukunft? Sie wollen «young talents» ansprechen? Dann kommen Sie um soziale Medien nicht herum. Viele Plattformen bieten Möglichkeiten, welche die heutigen Rekrutierungs-Prozesse nachhaltig verändern dürften. Leider zögern immer noch viele Organisationen, diese zu nutzen.

  • Sowohl auf LinkedIn wie auch auf Facebook können Sie Ihre Zielgruppe anhand einer Vielzahl von Kriterien eingrenzen. Und somit potenzielle Mitarbeitende punktgenau ansprechen.
  • In den USA hat Facebook ein eigenes neues Recruiting-Tool.
  • YouTube ist die zweitgrösste Suchmaschine der Welt. Wenn Sie hier mit guten Inhalten präsent sind, können Sie bei der Generation Y und den Millennials punkten.

Auch die eigene Website bietet Potenzial, mit Talenten in einen virtuellen Dialog zu treten. Nur zwei Beispiele:

  • Postfinance lädt zu einem virtuellen Besuchstag ein.
  • Swisscom geht noch einen Schritt weiter und castet bereits zum dritten Mal eine «ICT-WG».

Unser Tipp: Mut fassen und einfach mal etwas ausprobieren. Gerade die sozialen Medien ermöglichen es, mit kleinen Aktionen ohne grosses Aufsehen erste Erfahrungen zu sammeln. Erkenntnisse daraus lassen sich dann gut skalieren – und oft auch auf andere Massnahmen übertragen.

Und wenn Sie dann viele gute Bewerberinnen und Bewerber haben – wie gehen Sie vor, um die richtigen auszuwählen und zu gewinnen? Damit beschäftigen wir uns in unserem nächsten Blogpost zu Employer Positioning & Branding.

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