Die Schweiz schwingt in fast jeder Analyse zur Wettbewerbsfähigkeit oben aus. Faktoren wie die politische und rechtliche Stabilität sowie gut ausgebildete Fachkräfte und die hervorragende Infrastruktur sind entscheidend für Top-Platzierungen. Weshalb ist die Wettbewerbsfähigkeit für ein Land überhaupt entscheidend? Die Schweiz steht mit diversen Ländern im internationalen Wettbewerb um die besten globalen Talente, Ideen und Kapital. Die Digitalisierung hat diesen Wettbewerb nicht nur intensiviert, sondern auch stark verändert. Die digitale Transformation rückt andere wichtige Faktoren ins Zentrum, welche bis anhin weniger Relevanz hatten.

Erst kürzlich hat das IMD in einer Studie zur Digitalen Wettbewerbsfähigkeit ebenfalls Aufholbedarf konstatiert. Die Schweiz belegt darin insgesamt lediglich den 8. Platz – bezüglich „Future Readiness“ liegt die Schweiz gar nur auf dem 13. Platz. digitalswitzerland hat sich genau diesem Umstand verschrieben. Die Schweiz darf sich nicht auf den Lorbeeren der letzten Jahre und Jahrzehnte ausruhen, sondern muss aus einer Position der Stärke die digitale Transformation anpacken. Entsprechend wurden 5 Themenfelder definiert, für welche sich digitalswitzerland einsetzt.

Konkrete Signale von politischer Seite sind zwingend

digitalswitzerland hat sich der Mission verschrieben, die Schweiz zu einem führenden digitalen Innovationshub zu machen. Dazu bringt sich die schweizweite Initiative auch in die Politik mit ein und hat anfangs 2017 dem Bundesrat und Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann das Digitale Manifest übergeben. Darin wurden Forderungen wie beispielsweise Highspeed-Breitband (5G) für die gesamte Schweiz und 2 Milliarden Schweizer Franken für die beiden Eidgenössischen Hochschulen (ETH und EPFL) platziert.

Aktuell werden die diversen Forderungen zusätzlich konkretisiert und daraus Umsetzungsprojekte definiert, welche von der Wirtschaft gemeinsam mit dem Bund in Angriff genommen werden. Es braucht zwingend auch von politischer Seite konkrete Signale, dass die Schweiz die digitale Transformation stark priorisiert.

Bildung ist die Basis für ein Gewinnen in der digitalen Transformation

Die digitale Bildung kann nicht früh genug starten. Dies gilt nicht nur für Kinder, sondern ebenfalls für Erwerbstätige jeden Alters. Gemeinsam mit über 30 öffentlichen und privaten Bildungsanbietern wurde letztes Jahr die kostenlose Plattform educationdigital.ch gestartet, in welcher digitale Weiterbildungsangebote in einer einfachen Übersicht gebündelt und einfach zugänglich gemacht werden.

Des Weiteren unterstützt digitalswitzerland auch digitale Sommerlager, in welche Kinder aller Altersstufen Programmieren, Robotik und Entrepreneurship kennenlernen. Das Ziel ist aber, dass in Zukunft alle Schweizer Schulen diese Themen bereits abdecken, sodass solche Spezialangebote in Zukunft obsolet werden.

Startup-Ökosystem fördern

digitalswitzerland hat den Kickstart Accelerator ins Leben gerufen. Dabei werden internationale und nationale Startups eingeladen, in einem 11-wöchigen Programm in der Schweiz zusammen mit Grossunternehmen ein Produkt/eine Dienstleistung weiterzuentwickeln und eventuell einen gemeinsamen Weg in die Zukunft zu finden.

Nach dem Erfolg im Jahr 2016 geht die zweite Auflage des Kickstart Accelerators im September 2017 an den Start. Aus über 1500 Bewerbungen werden 30 Startups eingeladen. Parallel zu den Aktivitäten von digitalswitzerland laufen weitere Initiativen, wie beispielsweise die kürzlich lancierte Swiss Entrepreneur Foundation, ein Fund of Funds, der dank schlagkräftigen Partner 500 Millionen in die Skalierung von Startups investieren will.

Vordenkerrolle für die digitale Zukunft

Die Mitglieder von digitalswitzerland sowie weitere Teilnehmer erarbeiten und lancieren auf kollaborative und innovative Weise Ideen, die zu Leuchttürmen für die Schweiz und deren Digitalisierung avancieren sollen. Essentiell ist, dass Wirtschaft, Forschung und Politik ihr Netzwerk erweitern und verbinden, um gemeinsam eine nachhaltige digitale Entwicklung der Schweiz zu gestalten.

digitalswitzerland hat mit der digitalswitzerland | challenge eine Plattform kreiert, die diesen Austausch erlaubt. Dabei werden Projekte verfolgt, z.B. den Hauptbahnhof Zürich als smartesten Bahnhof der Welt neu zu gestalten oder das Handelsregister auf die Blockchain zu bringen, um den bürokratischen Prozess zur Eintragung eines neuen Unternehmens massiv zu erleichtern.

Sensibilisierung der Schweizer Bevölkerung

Am 21. November 2017 findet der erste Digitaltag der Schweiz statt. digitalswitzerland konnte dazu die Bundespräsidentin Doris Leuthard und Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann für die Schirmherrschaft gewinnen. Gemeinsam mit Herr und Frau Schweizer soll an diesem Tag der Dialog aufgenommen werden rund um die Digitalisierung und deren Bedeutung für unsere Zukunft. Dabei sollen die Ängste und Bedenken ernst genommen und parallel die Chancen im Zusammenhang mit der digitalen Transformation aufgezeigt werden.

Die Digitalisierung bedingt einen umso intensiveren Austausch zwischen allen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Akteuren. Die digitale Vernetzung setzt physische Begegnungsräume voraus. Für einen eben solchen Austausch gibt es Plattformen wie digitalswitzerland – je mehr Personen, Unternehmen und Organisationen sich in den Dialog einschalten, desto zielführender und wirkungsvoller wird dieser geführt.

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