Live-Übertragungen auf Social Media erfreuen sich grosser Beliebtheit. Immer häufiger entdecken auch Unternehmen die Chance, ihren Fans und Followern unmittelbare und authentische Einblicke per Live-Stream zu gewähren. Aber Achtung: Was spontan und locker wirken soll, braucht gute Vorbereitung. Diese sieben Tipps können Ihnen dabei helfen.  

Es gibt unzählige Gründe für eine Live-Übertragung auf Social Media: Authentizität beweisen, die Audience in Echtzeit an einem Geschehnis teilhaben lassen, ein neues Format ausprobieren – um nur ein paar Gründe zu nennen, mit denen sich Kunden bei uns mit einer Streaming-Idee gemeldet haben. Doch halt: So verlockend die fast schon kinderleichte Live-Übertragung auf Facebook & Co. auch wirken mag – sie hat auch ihre Tücken. Denn von wegen ein Smartphone reicht als Equipment aus oder es bräuchte kein Drehbuch. Live-Übertragungen sind anspruchsvoll.

Die folgenden sieben Tipps sind nicht bloss eine Auswahl aus den zig Blogs, die Sie zu diesem Thema finden. Sie sind in erster Linie persönliche Learnings, die wir dank einiger Übertragungen sammeln durften und nun gerne weitergeben.

1. Thema muss interaktiv und spannend sein

Live-Übertragungen werden drei Mal länger angeschaut als normale Videos auf Social Media. Und sie haben eine durchschnittliche Engagement-Rate von 6.5% – was alle aktuellen Benchmarks in den Schatten stellt.

Quelle: rivaliq.com zum Facebook Engagement 2017

Nun gilt es, diese überdurchschnittliche Engagement-Bereitschaft des Publikums zu nutzen – den das ist der grösste USP von Live-Übertragungen auf Social Media. Lassen Sie Ihr Publikum aktiv mitmachen. Eignet sich Ihr Thema, um das Publikum damit interagieren zu lassen? Gibt es beispielsweise die Möglichkeit, bei einem Quiz mitzuraten, bei einem Interview zusätzliche Fragen zu stellen? Wenn ja, dann haben Sie schon die halbe Miete.

2. Länge und Storyline

Während Facebook erst kürzlich wieder darauf aufmerksam machte, dass 15-Sekunden-Videos der heilige Gral aller Bewegtbilder sind, geniessen Sie bei Live-Streaming echten, empfohlenen 10-Minuten-Luxus. Diese Zeit können Sie nutzen, um Live-Zuschauer zu gewinnen – und um sie natürlich zu unterhalten. Dafür müssen Sie kein ausführliches Drehbuch schreiben – aber ein paar Überlegungen zu der Storyline können auf jeden Fall nicht schaden. Schauen Sie sich zur Inspiration gute Beispiele von Starbucks & Sephora an.

3. Equipment: Smartphone UND Mikro UND Licht

Keine Frage: Das Smartphone kann viel mehr, als wir manchmal annehmen. Medienhäuser wie das SRF setzen verstärkt bei der Content-Produktion auf einfache HandyVideos. Aber auf ein paar zusätzliche Gadgets sollten Sie auf keinen Fall verzichtenDenn Live-Übertragungen müssen auf jeden Fall einen Ton haben, dürfen nicht wackeln und dunkel seinEin Smartphone-Mikrophon ist demnach eine gute Investition – und da ist für jedes Budget etwas dabei. Ausserdem kann auch eine zusätzliche Lichtquelle natürlich nie schaden. Und zu guter Letzt: Achten Sie auf ein stabiles Bild – den Zuschauern soll schliesslich nicht schlecht werden. Dazu empfehlen wir ein Gimbal für Smartphones. 

4. Testen, um Überraschungen zu vermeiden

Vor dem Go-Live nichts dem Zufall überlassen: Sie möchten auf Ihrer Unternehmens-Page mit Ihrem persönlichen Smartphone online gehen? Nun, bei Facebook brauchen Sie dazu eine zusätzliche App namens SeitenmanagerInstagram und Twitter bieten die Streaming-Funktionen direkt in der «normalen» App anMit einem Test können Sie böse Überraschungen vermeiden und gleichzeitig können Sie das neue Equipment testen. Um zu testen, empfehlen wir Ihre Übertragung auf Ihrem privaten Profil auszuprobieren und auf privat (nur für Sie persönlich sichtbar) zu stellen. Ausserdem können Sie auch auf einer unveröffentlichten Facebook-Seite testen. 

5. Ankündigung – Rühren Sie die Werbetrommel

Noch fördern die Social-Media-Plattformen Live-Übertragungen, indem Fans und Follower benachrichtigt werden, sobald jemand live auf Sendung geht. Darauf sollten Sie sich allerdings nicht verlassen. Es gibt Möglichkeiten, Ihren Livestream zu bewerben. In jedem Fall ist es wichtig, dass Sie Ihre Live-Übertragung ankündigen – mit dem genauen Datum, Uhrzeit und dem Inhalt, den Sie zeigen möchten. Sie können Ihr Publikum auch dazu auffordern, Interview-Fragen schon vorher einzureichen oder Wünsche bezüglich Inhalt abzugeben – beispielsweise in einem Kommentar unter der Ankündigung

6. Begleittext – Nicht ohne Call-to-Action  

Das ist vor allem für Facebook und Twitter wichtig: Mit welcher Headline, die zusammen mit Ihrem Live-Video gezeigt wird, möchten Sie möglichst viele Zuschauer anlocken? Wichtig ist hierbei, den Call-to-Action nicht zu vergessen – denn schliesslich lebt die ganze Geschichte von der Interaktivität. Wie kann sich Ihr Publikum in den Live-Stream einbringen? Eine Möglichkeit, um zusätzliche Aufmerksamkeit zu erregen, sind gemäss Twitter Emojis im Begleittext.

7. Wiederverwertung – Machen Sie mehr daraus 

Nach dem Live-Stream ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Mittlerweile können Sie auf allen drei wichtigen Plattformen (Facebook, Twitter und Instagram) Ihre Übertragung nach Beendung speichern.  

Es lohnt sich daher schon vorher zu überlegen, was sie mit dem Material sonst noch anstellen könnten. Eine Idee wäre etwa, die Aufnahme in kürzere, knackigere Teile zu schneiden und danach für Ads zu verwenden. Sie könnten somit auf den nächsten Event aufmerksam machen und den Rückblick als Teaser nutzen. Genau das werden wir beispielsweise mit diesem Video für die nächste Online Marketing Konferenz (OMK) in Bern versuchen.  

Noch ein letztes Interview zu den digitalen Marktplätzen mit Patrick Kessler ?

Posted by Online Marketing Konferenz on Donnerstag, 17. August 2017

Wir hoffen, dass Sie und Ihre Zuschauer mit diesen sieben Tipps eine erfolgreiche Übertragung geniessen können. Und falls doch etwas schief geht – lassen Sie sich nicht entmutigen. Es kann jedem passieren und ist im Idealfall halb so wild …