Luca Belcis Rückblicke und Gedanken nach seinem dreimonatigen Praktikum in Public Affairs / Governmental Relations.

Ausgestattet mit einem Bachelorabschluss in Politikwissenschaft und mit solidem Grundlagenwissen im Gepäck, wollte ich weg von den Bänken in den Hörsälen und ins politische Geschehen eintauchen. Das Wissen reichte von Hobbes’ Leviathan bis zum Konstruktivismus, vom Föderalismus in der Schweiz bis zu ihren Parteien und Verbänden. Die Schweizer Politik ist ein Zusammenwirken von Bundesrat, Parlament, Kantonen, Verbänden und der Verwaltung – sie alle prägen in verschiedenen Phasen die Ausgestaltung eines Gesetzes. Alle Kräfte werden miteinbezogen, ein typischer Vorgang in der Schweizer Politik.

Einblick in alle Politikbereiche …

Das dreimonatige Praktikum in Public Affairs und Governmental Relations bei der Agentur Farner bietet sich hierfür bestens an: Eine lange Geschichte, ein grosses Team, eine breite Palette an Dienstleistungen und ein beeindruckendes Palmares. Eine ideale Gelegenheit also, um einen vertieften Einblick in die vielseitige und -schichtige politische Landschaft der Schweiz zu erhalten.

Zu Beginn erhielten wir drei Praktikanten von allen Consultants einen Überblick zu den aktuellen Mandaten. Diese reichen von grossen Playern der Gesundheitspolitik über Energie- und Verkehrsverbände, Pharmaunternehmen, die Rohstoffbranche bis zu Akteuren in der Sicherheitspolitik. Die grosse Bandbreite liess gleich von Anfang erahnen, was für eine spannende Zeit mir bevorstand.

Die Möglichkeiten zur Mitarbeit für Praktikanten – mit unterschiedlichen Hintergründen, vom Politik- oder Rechtwissenschaftsstudium und Botschafts- oder Journalismuserfahrung – sind denn auch sehr zahlreich: Täglich werden in den Medien zahlreiche relevante Artikel publiziert, die beobachtet und beurteilt werden müssen. In allen genannten Bereichen gibt es zudem spannende aktuelle politische Entwicklungen, seien es politische Geschäfte, Volksinitiativen, Referenden oder Vernehmlassungen für neue Gesetze – mitunter Themen mit Sprengpotenzial.

Die grosse Themenvielfalt sorgte für viel Abwechslung. Ebenso waren auch die jeweiligen Outputs meiner zahlreichen Recherchen sehr lehrreich: In verschiedenen Textbeiträgen musste ich Argumente und Meinungen schlüssig darlegen, an anderen Tagen arbeitete ich an Präsentationen oder Broschüren komplexer Zusammenhänge – immer wieder auch in englischer, französischer oder italienischer Sprache. Zudem konnte ich an verschiedenen Anlässen mitwirken, darunter einer Podiumsdiskussion zu Exit-Strategien bei Startups.

In einer gemütlichen Umgebung tauschten sich die Referenten und Gäste über mögliche Verkaufsstrategien von Startups aus.
In einer gemütlichen Umgebung tauschten sich die Referenten und Gäste über mögliche Verkaufsstrategien von Startups aus.

… und die Vielfalt der politischen Akteure

Die drei Monate bei Farner waren eine intensive und lehrreiche Zeit voller herausfordernder Aufgaben. Sie boten mir jedoch einen vertieften Einblick in die politische Landschaft der Schweiz und die Methodik der Public Affairs, zeigten mir aktuelle Konfliktlinien und – für mich am überraschendsten – verdeutlichten die unglaubliche Vielfalt an politischen Akteuren und Interessengruppen, die allesamt ihre Sicht und ihre Argumente in den Politikprozess einfliessen lassen.

Zuletzt werden mir die vielen Begegnungen mit dem Public-Affairs-Team, die spannenden Gespräche, die gute Gesellschaft beim Mittagessen und gelegentlich nach Feierabend und die positive Stimmung in Erinnerung bleiben. Darauf hoffe ich auch in Zukunft in meiner neuen Rolle als Mitarbeiter auf Abruf, bei der ich während meines Masterstudiums weiter Erfahrung in diesem spannenden und stets pulsierenden politischen Umfeld sammeln kann.

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