«Es ist wichtiger zu wissen, welche Person eine Krankheit hat, als zu wissen, welche Krankheit eine Person hat.» Das Zitat von Hippokrates zeigt die wegweisende Haltung von personalisierter Medizin auf. Sharing Information und Health Consumerism sind zwei weitere Trends, die zeigen, dass die Fokussierung auf den einzelnen Patienten an Wichtigkeit gewinnt, um das Gesundheitssystem zu modernisieren und speziell den chronischen Krankheiten, welche noch weiter zunehmen werden, anders gegenüber zu treten.

Biodaten revolutionieren Forschung und Prävention

Innerhalb der personalisierten Medizin spricht man vor allem bei der biologischen Forschung von der eigentlichen Revolution.

Wenn die biochemischen Prozesse einer Person/einer Krankheit berücksichtigt werden, kann identifiziert werden, ob eine Therapie für einen spezifischen Patienten wirksam ist.

Ein erfolgreiches Beispiel hierfür ist die Anwendung bei Brustkrebs: Wird identifiziert, dass eine Patientin in Krebszellen das Protein HER2 im Übermass produziert, kann ein Wirkstoff dieses Protein erfolgreich binden. Dadurch kann eine besonders aggressive Form von Brustkrebs verlangsamt oder sogar gestoppt werden.

Biodaten sind auch zentral in der Prävention, was positive Auswirkungen auf die gesamtgesellschaftlichen Kosten hat: Eine erfolgreiche Prävention ist günstiger als die Behandlung einer bereits fortgeschrittenen Krankheit.

Mit Regulierung und Transparenz zu breiter Akzeptanz

Das sind vielversprechende Aussichten. Was braucht es aber, damit Patienten die Erhebung ihrer persönlichen Daten flächendeckend erlauben und der personalisierten Medizin damit zum Durchbruch verhelfen?

Hier spielt die Kommunikation eine essenzielle Rolle. Am Anfang müssen Politiker und Datenschutzbeauftragten klare, verständliche Strukturen erarbeiten, die einen Missbrauch der Daten verhindern.

Es braucht eine öffentliche Debatte, die Awareness, Verständnis und Akzeptanz schafft.

Und es endet bei der Partei, welche die persönlichen Daten erhebt: Patienten möchten keine fünfzehnseitigen Allgemeinen Geschäftsbedingungen, gespickt mit juristischen Floskeln, lesen. Sie wollen ihre Vor- und Nachteile sofort erkennen und persönlich bestimmen, ob, wann und in welcher Form ihre Daten weitergegeben werden.

Rolle der Gesundheitsdienstleister im Wandel

Die individualisierte Medizin verändert die Rollen der unterschiedlichen Stakeholder stark. Pharmafirmen wie Novartis oder Roche sehen ihre Aufgabe bereits darin, das Thema mit diversen Forschungsprogrammen voranzutreiben.

Wenn die personalisierte Medizin zur Realität wird, werden vor allem die Leistungserbringer wie Arztpraxen, ambulante Pflegedienste, Spitäler, Pflegeheime oder Apotheken mit enormen Veränderungen konfrontiert sein. Für sie erhöht sich der Wettbewerb, was bedeutet, dass vermehrt betriebswirtschaftlich gedacht werden muss.

Die Möglichkeit für Patienten, die Qualität der unterschiedlichen Institutionen miteinander zu vergleichen, muss bestehen. Allgemein trägt die personalisierte Medizin dazu bei, die Position der Patienten gegenüber Spitälern, Ärzten und auch Versicherungen zu stärken. Ein Grund hierfür ist, dass die Basis der personalisierten Medizin der Austausch von biologischen Patientendaten ist.

Wie bereits im Blogbeitrag zu «Sharing Information» angesprochen, wird dieser Datenaustausch vom Patienten gesteuert.

Das Rückgrat der modernen Medizin

Das Thema personalisierte Medizin vereint die anderen Blogbeiträge der Serie «Healthcare Trends»: Um die spezifischen Angaben zu einer Person zu speichern, braucht es die Möglichkeit von «Sharing Information». Das Sammeln von Patientendaten hilft wiederum, chronischen Krankheiten besser zu begegnen, welche gemäss der «Burden of Disease Study» vom Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) der University of Washington ein essentielles Problem sind.

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