Gfs Bern publiziert jährlich den Gesundheitsmonitor, der die Einstellung der Schweizer Stimmberechtigten zum Gesundheitswesen ermittelt. Erhoben wird unter anderem auch die Haltung zur Pharmaindustrie.

Bei praktisch sämtlichen Themen werden der Pharmaindustrie gute bis sehr gute Noten vergeben. Konstant abgeschlagen, mit einem Wert von unter 50%, ist die Branche beim Thema «informiert transparent über ihre Tätigkeit». Warum schafft sie es seit Jahren nicht, sich bei diesem Thema zu verbessern?

Man könnte einräumen, dass Pharmaunternehmen nicht die gleichen Voraussetzungen haben wie andere Unternehmen: Sie unterliegen strengen Regulierungen und sind im Bereich verschreibungspflichtige Produkte mit dem Werbeverbot konfrontiert. Aber ist das Grund genug, um weniger zu kommunizieren? Wir finden nicht – denn nicht kommunizieren ist keine Lösung.

Im Gegenteil – 3 Gründe, warum die Kommunikation wichtiger ist denn je:

Veränderung der Medienlandschaft

Dass sich die Medienlandschaft und -nutzung im Umbruch befinden, ist nichts NeuesDie digitale Kommunikation nimmt zu und immer mehr User wenden sich vom Informationsjournalismus ab

Medienhäuser bauen Stellen abRedaktionen werden zusammengelegt und die verbleibenden Journalisten stehen unter enormem Zeitdruck. Das führt dazu, dass das Fachwissen in den Redaktionen abnimmt. Deshalb wird eimmer schwieriger, sich Gehör zu verschaffen und die relevanten Informationen über diesen Kanal an die Zielgruppen zu bringen

Unternehmen sind in der Pflicht, einen Teil der Arbeit selbst zu leisten, damit ihre Botschaften gehört werdenDie relevanten Informationen müssen nicht nur zielgruppengerecht, sondern auch mediengerecht aufbereitet werden, damit sie schnell und ohne grossen Aufwand veröffentlicht werden können.  

Zeitalter von Fake News

Mit den Veränderungen der Medienlandschaft einher geht die Verschiebung von «earned media» zu «owned media» und «shared media»Wenn jeder auf einmal kommunizieren kann, was und wie er möchte, ist die Verbreitung von falschen Informationen – angeheizt durch die Bedeutung und Reichweite von Social Media – nicht mehr weit. 

Umso wichtiger ist es, sich von der Masse abzuheben und seine Botschaften mit Fakten zu unterlegen, um selbstbewusst hinter seiner Kommunikation stehen zu können und Vertrauen aufzubauen.  

Gesundheitswesen unter Druck

Das Schweizer Gesundheitssystem ist unter Druck. Die Politik sucht seit Jahren nach Lösungen. Die stetig steigenden Kosten verunsichern. Die Akteure schieben sich gegenseitig den schwarzen Peter zu. Pharmafirmen sind mit Fragen zu hohen Medikamentenpreisen konfrontiert.

Es ist zentral, verständlich und klar aufzuzeigen, welchen Teil die Pharmafirmen im Gesundheitswesen leisten, welch langer Weg bspw. ein Medikament geht, bis es auf den Markt kommt. Es geht nicht darum, sich zu profilieren, sondern Missverständnissen, Vorwürfen und Falschaussagen vorzubeugen.

Mit der demografischen Entwicklung und der Zunahme chronischer Krankheiten wird das Thema Gesundheit in der Gesellschaft künftig noch wichtiger. Umso zentraler wird es sein, die Transparenz in der Kommunikation zu erhöhen. Dies aufzubauen geht nicht von heute auf morgen. Jeder Produkt- und Kommunikationsverantwortliche in einem Pharmaunternehmen muss sich überlegen, wie er dies angeht.

Jedes Unternehmen hat seine eigenen Herausforderungen, aber gute Kommunikation beruht immer auf Vorbereitung, Inhalten und Konsistenz. Wie Sie das am besten anpacken, erläutern wir Ihnen in den kommenden Wochen für die Big Five der Kommunikation mit Fokus auf das Gesundheitswesen:

  • Corporate Communications
  • Krisenkommunikation
  • Sensibilisierungskampagne
  • Public Affairs
  • Communities

Gerne tauschen wir uns auch persönlich mit Ihnen aus. Schreiben Sie uns: healthcare@farner.ch

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