Die Studie «Strategien gegen den Fachkräftemangel» der Credit Suisse (2017) zeigt, dass über die Hälfte der rekrutierenden Firmen Mühe haben, geeignete Kandidaten für offene Stellen zu finden.

Rund ein Viertel der KMU gab an, aufgrund eines allgemeinen Mangels auf dem Arbeitsmarkt nicht genügend Fachkräfte gefunden zu haben. Auf die gesamte Schweiz hochgerechnet heisst dies, dass gut 90’000 KMU unter akutem Fachkräftemangel leiden.

Dies ist eine Gefahr für die Qualität des Wirtschaftsstandortes Schweiz. Es ist klar, dass hier dringend etwas unternommen werden muss. Dies sagt auch Steffen Klusmann, Chefredakteur der Financial Times Deutschland: «Wem in einer Wissensgesellschaft die Fachkräfte ausgehen, der hat auf dem Weltmarkt schon verloren. Für Unternehmen wird die Fähigkeit, Talente anzuziehen, zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.»

Wie kann es Unternehmen also gelingen, Talente anzuziehen?

Employer Branding und Lebensqualität

Es ist klar, dass das Employer Branding jedes Unternehmens ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Rekrutierung von Talenten ist. Gerade auch, wenn es um die viel zitierte Work-Life-Balance geht: Bei Schweizer Arbeitnehmenden wird Teilzeitarbeit viel höher gewertet als im internationalen Vergleich (nach den Niederlanden, wo 51% der Erwerbstätigen Teilzeit arbeiten, rangiert die Schweiz mit 39% europaweit auf Rang zwei).

Ebenso sind flexible Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen sowie die Möglichkeit, Überstunden zu kompensieren, unseren Arbeitnehmenden entscheidend wichtig.

Eine gute Work-Life-Balance führt zu mehr Lebensqualität. Heute sind Selbstverwirklichung und Zeit, die man selbst gestalten kann, erstrebenswerte Luxusgüter.

Genau hier setzt das Projekt «Wilder Osten» an, das Farner St.Gallen für den Verein Ostwärts umgesetzt hat: Wer in der Ostschweiz arbeitet und lebt, hat mehr Zeit zum Leben und gleichzeitig optimale Karrierechancen.

Das Gesamtpaket macht’s!

Menschen entscheiden sich beim Wohn- und Arbeitsort immer häufiger für ein stimmiges Gesamtpaket. Dass man in der Ostschweiz weniger im Stau steht als in Zürich und das Wohnen um einiges günstiger ist als in anderen Wirtschaftsräumen der Schweiz, ist vermutlich den meisten bekannt.

Dass es hier aber auch eine grosse Vielfalt an innovativen Unternehmen gibt, die oft sogar Weltmarktführer sind und grossartige Karrierechancen bieten, wissen die wenigsten. Oft wissen nicht einmal die Ostschweizerinnen und Ostschweizer, wie attraktiv ihre Region ist. So ist es auch nicht erstaunlich, dass in der Ostschweiz 64% der KMU Mühe bekunden, geeignete Fachkräfte zu finden (Strategien gegen Fachkräftemangel, 2017, Credit Suisse).

Storytelling mit Pfeffer

Mit der Kombination von Content aus dem Bereich «Arbeiten» und «Leben» geht der «Wilde Osten» neue und digitale Wege.

Statt austauschbare Firmenporträts finden die Nutzerinnen und Nutzer auf der Plattform spannende Unternehmensstories: von der Technik in einer Weltraumsonde in 200 Mio. Kilometer Entfernung, über Ostschweizer Systeme in schottischen U-Bahnen bis zu einem Unternehmen, das mit Akkubatterien für Hörgeräte zum Weltmarktführer aufgestiegen ist.

Gerade heute, wo über drei Viertel der jungen Talente zum Ziel haben, für die Gesellschaft einen Mehrwert zu schaffen (Studie «Karriere trifft Sinn», 2014, Embrace), ist es wichtig, erlebbar zu machen, welchen Beitrag ein Unternehmen mit seinen Produkten für die Gesellschaft leistet.

Lebensqualität = Standortqualität

Nebst Firmenporträts und Unternehmensstories zeigt der «Wilde Osten» auch auf, was die Ostschweiz als Lebensort alles zu bieten hat: Wer hier arbeitet und lebt, hat am Ende des Monats mehr vom Einkommen übrig als in anderen Schweizer Regionen. Zudem ist das Freizeitangebot sehr vielfältig, attraktiver Wohnraum ist verfügbar und die Region bietet auch in den Bereichen Bildung und Gesundheit Qualität auf höchstem Niveau. Faktoren, die laut OECD alle zu den wichtigen Dimensionen der Lebensqualität gehören.

Doch nicht nur der «Wilde Osten» kämpft mittels Standortmarketing für einen wachsenden Fachkräftepool.

Allgemein rücken gut ausgebildete Fachkräfte immer mehr in den Fokus der Marketing- und Kommunikationsaktivitäten von Wirtschaftsförderung und Standortmarketing. Dies bestätigen auch die Ergebnisse der Studie «Trends im Standortmarketing» der Berlinger Agentur index, die 2018 zum fünften Mal in Folge erschien. Erstmals in der Umfragehistorie ist den Befragten die Gewinnung und Sicherung von Fachkräften (51.1%) noch wichtiger als die Unternehmensansiedelung (47.8%).

Unser Tipp: Gemeinsam statt einsam

Einzigartig am Konzept des «Wilden Osten» ist, dass nicht nur ein Standort oder ein Unternehmen allein um die Aufmerksamkeit der Fachkräfte buhlt. Gerade das gemeinsame Unterfangen von vier Kantonen (SG, TG, AR und AI) sowie von verschiedenen Unternehmen, die teilweise um dieselben Fachkräfte werben, ist schweizweit einmalig.

Dies sorgt für die Wahrnehmung der gesamten Region und damit des potenziellen Arbeits- und Lebensumfeldes.  Deshalb sind auch Unternehmen überzeugt vom einzigartigen gewählten Ansatz: «Mit dieser Initiative können wir die Vorzüge von Leben und Arbeiten in der Ostschweiz auf innovative Art und Weise über regionale Grenzen hinweg nutzerorientiert und sehr zielgruppen-spezifisch transportieren», meint Christoph Suter, Leiter HR von Stadler Rail Bussnang.

Und Philipp Wyser, CEO der Wyon AG sagt: «Im Kampf um Talente sind wir Arbeitgeber darauf angewiesen, ein glaubhaftes und attraktives Gesamtpaket für Arbeiten und Leben anbieten zu können.»