Unter diesem Titel haben wir am Dienstagabend, 21. Mai, zum ersten «Grips & Chips»-Event am Standort St.Gallen geladen.

«Hochschulen machen Schlagzeilen. Die Skandalisierung hat stark zugenommen.» – Mit diesen Worten begann Roman Geiser (CEO & Managing Partner, Farner Consulting) sein Input zum Thema Hochschulreputation. In seinem Referat ging er auf sieben Treiber ein, welche die Reputation eines Unternehmens, von Hochschulen und von Universitäten wesentlich beeinflussen.

Die Skandale und negative Berichterstattung aus der Hochschullandschaft in den Schweizer Medien in den letzten Monaten haben sich dabei überwiegend auf zwei von diesen Treibern bezogen: «Mitarbeiterführung und Arbeitsbedingungen» sowie «Governance».

In den Medien wurden vor allem die Arbeitsbedingungen und das ethisch korrekte, transparente (oder eben inkorrekte und intransparente) Verhalten der Universitäten thematisiert. Nach einigen Beispielen aus der Kommunikationswelt, die aufzeigten, welch grossen Veränderungen sich Universitäten und Unternehmen generell in der heutigen Zeit anpassen müssen, gab Roman Geiser am Schluss Empfehlungen ab, wie sich Hochschulen vor negativen Entwicklungen wappnen können.

Das Fazit: Universitäten sind «Gemeinwohlproduzenten», die stark von der Reputation abhängen. Es gilt wie bei einem Bankkonto, langfristig und systematisch in die Reputation einzuzahlen bzw. zu investieren.

Von links: Roman Geiser, Sabine Bianchi, Marco Balocco, Eva Nietlispach, Benjamin Vidas

Im Anschluss an das Inputreferat diskutierten Marco Balocco (Managing Partner, Berinfor), Roman Geiser, Eva Nietlispach (Mediatorin, Konsens 46) und Benjamin Vidas (Co-Founder eduwo) auf dem Podium unter der Moderation von Sabine Bianchi (Senior Consultant, Farner St.Gallen).

Man war sich einig, dass die Reputation das höchste Gut einer Hochschule oder Universität ist. Und die sei in der Schweiz nach wie vor intakt. Jedoch würde die langanhaltende Skandalisierung zu Reputationsschäden führen, so der Tenor. Was es in einer Krisensituation brauche, sei eine Leitung, die sich vorne hinstelle, in der Öffentlichkeit präsent sei und Klartext rede.

Und was essentiell ist und häufig vernächlässigt wird – die Kommunikation und deren Organisation muss in der Krise vom Normalfall getrennt werden. In der Krise muss man vorbereitet sein, es braucht Entscheidungshoheit und ein schnelleres Tempo als im Normalfall.

Die Reputation ist das höchste Gut einer Hochschule oder Universität.

Die Podiumsteilnehmenden diskutierten auch darüber, dass die Universitäten und Hochschulen besondere Herausforderungen zu bewältigen haben. Einerseits herrscht intern eine ausgeprägte, beinahe schon basisdemokratische Diskussionskultur, die extern nicht geführt werden kann. Bei Krisen muss schnell, konsistent und mit einem Sprachrohr reagiert werden. In der Krise können keine Grundsatzdiskussionen geführt werden.

Andererseits haben die Universitäten die Schwierigkeit, dass sie nicht völlig autonom handeln können, da sie öffentlich-rechtliche Institutionen sind. Sie müssen neben den Medien und der Bevölkerung auch den Dialog mit der Politik führen.

Weiterdiskutiert wurde anschliessend von den rund 50 Gästen beim geselligen Apéro.