Ein attraktiver Arbeitgeber sein – ein Muss in Zeiten des Fachkräftemangels. Welche Ansätze gibt es, um potenzielle Arbeitnehmende anzuziehen und die Unternehmenswerte auch im Arbeitsalltag zu verankern? Der Anlass vom 5. November von Perikom und Farner widmete sich dem Employer Branding von KMUs.

Die Podiumsgäste diskutierten miteinander und mit dem Publikum über die Anforderungen im Employer Branding an KMUs:

  • Andreas Hartmann, Präsident Kantonaler Gewerbeverband St.Gallen, Kantonsrat
  • Catherine Gisler, Leiterin Human Resources, Metrohm AG
  • Christoph Suter, Präsident Wilder Osten, Leiter Human Resources Stadler Rail AG
  • Adrien Fernandez, Employee Success Lead, Frontify

Den Einstieg machte Senior Consultant und Art Director Samuel Güttinger. Beim Employer Branding ist nicht nur der Auftritt nach aussen, sondern auch der Blick nach innen wichtig. Wer Employer Brand Management ernst nimmt, wird nicht im reinen Kampagnen-Denken und Personalmarketing nach aussen verharren, sondern alles daransetzen, dass die Organisation intern an der Besonderheit der Unternehmenskultur arbeitet, um im besten Fall «Kulturneid» zu erzeugen.

Samuel Güttinger, Senior Consultant & Art Director, Farner

FACHKRAFT VS. MENSCH

Unternehmen müssen erkennen, dass hinter jeder Fachkraft ein Mensch steckt, der mit eigenen Erfahrungen und seiner persönlichen Weltansicht die Unternehmensmarke und somit die Organisation prägt. Wenn dies gelingt, dann schafft die Arbeitgebermarke Energie, Stolz, Sicherheit und Loyalität. Erst durch eine solche achtsame Haltung kann sich der Employer Brand wirkungsvoll entfalten.

Moderatorin Sabine Bianchi (Senior Consultant, Farner) und die Podiumsgäste Andreas Hartmann (Präsident Kantonaler Gewerbeverband St.Gallen, Kantonsrat), Catherine Gisler (Leiterin Human Resources, Metrohm AG), Christoph Suter (Präsident Wilder Osten, Leiter Human Resources Stadler Rail AG) und Adrien Fernandez (Employee Success Lead, Frontify)

FEHLENDE FACHLEUTE

Auf dem Podium tauschten sich im Anschluss an Samuel Güttingers Referat Professionals aus unterschiedlichen Branchen zum Fachkräftemangel und Employer Branding aus.

Schon in 10 Jahren fehlen in den Ostschweizer Unternehmen gemäss Andreas Hartmann, Präsident Kantonaler Gewerbeverband St.Gallen, rund 300’000 Fachkräfte. Dass der Gewerbeverband St.Gallen mit Massnahmen an der Basis, z.B. in der Lehrlingsrekrutierung und in der Bildung allgemein, ansetzt, ist keine Überraschung.

«Nur wenn wir gute Grundlagen und damit fundierte, attraktive Ausbildungsmöglichkeiten und -wege bieten, können wir den bevorstehenden Herausforderungen präventiv entgegenwirken», so Hartmann.

Für Catherine Gisler, Leiterin Human Resources Metrohm AG, liegt die Krux meistens darin, dass junge Ingenieure nach einigen Jahren auch noch in ein anderes Unternehmen Einblick erhalten und sich so weiterentwickeln wollen, was für Metrohm bedeutet, dass gute Fachleute ihre Firma verlassen. Allerdings macht sie immer wieder die Erfahrung, dass diese ehemaligen Mitarbeitenden später wieder zu Metrohm zurückkehren, da sie die familiäre Atmosphäre und den Umgang im Team sehr schätzen.

Bei der Stadler Rail AG, ein Traditionsunternehmen, laufen viele Rekrutierungen durch Empfehlungen von bereits bestehenden Mitarbeitenden ab. Über 70% dieser empfohlenen potenziellen Fachkräfte werden dann tatsächlich auch eingestellt. Adrien Fernandez, Employee Success Lead bei Frontify, hat wenig Angst davor, zu wenig Fachkräfte für seine Firma zu begeistern.

«Entweder man möchte bei uns arbeiten und es ist ein ‘Match’ zwischen Arbeitgeber und -nehmer – andernfalls sehen wir keinen Sinn darin, etwas zu erzwingen», so Fernandez mit dem Blick aus einem jungen Unternehmen.

HOME OFFICE – PFLICHTPROGRAMM?

Die Branchenunterschiede zeigen sich auch beim Thema Home Office. Metrohm und Stadler Rail als Produktionsfirmen können ihren Mitarbeitenden kaum die Möglichkeit bieten, von Zuhause aus zu arbeiten. Bei Frontify ist Home Office nicht wegzudenken, auch das Kind kann mal zur Arbeit mitgebracht werden. Wichtig ist einfach, dass sich die Mitarbeitenden ins Team eingliedern und aktiv zu einem kollegialen Teamgeist beitragen.

KUNUNU ALS TEIL VON EMPLOYER BRANDING

Auch auf die Frage nach Einbindung von Kununu wurde unterschiedlich geantwortet. Stadler Rail hatte vor längerer Zeit sehr negative Einträge, konnte die Stimmung aber dank aktivem Bearbeiten kippen, und nun würden 78% die Firma als Arbeitgeber weiterempfehlen. 89% Weiterempfehlung ist die Rate bei Metrohm, welche die Plattform aber auch aktiv in ihre Prozesse miteinbindet. Frontify hat sich bewusst gegen Kununu entschieden.

Fazit des Abends: In jeder Branche funktioniert Employer Branding anders und doch gibt es Faktoren, die in jedem Bereich gleich gehandhabt werden sollten, vor allem, wenn es um die innere Wahrnehmung des Unternehmens geht.

Ist Ihr Unternehmen in der Ostschweiz tätig oder betreibt vor Ort eine Filiale? Wollen Sie Ihre Arbeitgebermarke für die richtigen Fachkräfte attraktiver gestalten? Dann nehmen Sie mit mir Kontakt auf: infosg@farner.ch 

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