In Zeiten des Content-Schocks müssen Marken ihre Content-Strategie überdenken. Kunden suchen nicht einfach nur Content – sie wollen Antworten auf Fragen, Tipps und Inspiration. Und das zur richtigen Zeit über den richtigen Kanal. Wie Marken über die passende Content-Strategie ihren Stakeholder wieder näher kommen, war Thema des «Grips & Chips»-Events am 9. Dezember in St.Gallen. 

Es gibt zwei essenzielle Gaps, die oft zwischen Marken und ihren Stakeholder bestehen:

  • Marken hinken dem Medienalltag hinterher: Die Marken bewegen sich (noch) nicht dort, wo sich ihre Kunden heute aufhalten. Schweizerinnen und Schweizer verbringen ihre Medienzeit zu fast 50% im Internet (und nur noch 20% in Printmedien, 20% im TV und 10% im Radio). Heute ist das Internet gemäss media use index das Leitmedium der Digital Natives, Digital Immigrants und Silver Surfers. Genutzt wird das Internet überwiegend via Smartphone.
  • Die zweite Herausforderung für Marken ist der Content-Schock: Konsumenten werden regelrecht überflutet, man spricht sogar von Content-Blindheit. Ist denn Content nun nicht mehr King? Doch, Content ist immer noch von extremer Bedeutung – allerdings steht hier Qualität eindeutig vor Quantität.

Wie diese beiden Gaps geschlossen werden können, diskutierten Sandro Albin (Capture Media), Katarina Stanoevska (Universität St.Gallen), Simon Kasper (SFS services) und Daniel Jörg (Farner).

Journey Marketing – den Kunden auf seiner Reise begleiten

Jede Entscheidung ist eine Reise, gespickt mit Fragen. Ob man ein Auto kauft, sich eine Meinung über ein politisches Thema bildet oder sich für einen Arbeitgeber entscheidet. Dabei gibt es nicht die eine Customer Journey, die alle durchlaufen. So verschieden wir alle sind, so divers sind auch unsere Verhaltensweisen. Jede Journey ist individuell entlang verschiedener Online- und Offline-Kanäle. Und mit Multichannel Tracking kann diese verfolgt werden.

Daniel Jörg (Farner) eröffnete den Anlass mit einem Inputreferat.

Daniel Jörg legt Unternehmen nahe, diese drei Aussagen im Hinterkopf zu behalten, wenn sie datenbasiertes Journey Marketing einsetzen:

  • Jede Entscheidung des Konsumenten ist eine Journey mit ganz vielen Fragen.
  • Haben Konsumenten Fragen, werden diese Fragen gegoogelt.
  • Content kann somit anhand von Fragen definiert werden.

Wo soll man aber anfangen? Daniel Jörg empfiehlt das in der Praxis bewährte «See-Think-Do-Care»-Modell des Google-Experten Avinash Kaushik. Mit diesem Modell können Marketers und Kommunikatoren genau definieren, welches Verhalten sie auslösen wollen:

  • Oh, was ist das? See
  • Das ist interessant. Think
  • Darüber will ich mehr wissen. Do
  • Ich will mehr davon. Care
  • Ich empfehle es weiter. Care

Den Gap zwischen Kommunikation und Daten schliessen

Damit Journey Marketing die volle Wirkung entfalten kann, müssen Strategie und Umsetzung auf Daten aufbauen: Daten zu Interessen, Vorlieben, Mediennutzung. Gemäss Katarina Stanoevska vom Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement der Universität St.Gallen erfordert dies ein grosses Umdenken in Unternehmen. Oft befinden sich Daten in anderen Silos, weit weg von der Kommunikationsabteilung. Dabei sind diese Daten ein wahrer Goldschatz für die Kommunikation von Unternehmen und Marken.

Sandro Albin, Managing Partner bei Capture Media, formuliert es so: «Nimm die Daten, die du hast, und versuche damit, die Journey zu optimieren.»