Wie entwickelt sich die Zusammenarbeit zwischen Startups und etablierten Unternehmen? Drei Jahre nach der ersten Studie veröffentlicht das Beratungsunternehmen Match-Maker Ventures (MMV) in Zusammenarbeit mit Arthur D. Little die Folgestudie: «Age of Collaboration II».

Befragt wurden 340 Konzerns- und 203 Startup-Teilnehmern aus 70 Ländern. Der Farner Startup Desk, der solche Kollaborationen fördert und selbst mit MMV kooperiert, gewährt exklusive Einblicke in die Schweizer Startup-Kollaboration und welche Vorteile die Zusammenarbeit zwischen etablierten und neuen Playern bietet.

Wir leben im Zeitalter der Kollaboration. 98 Prozent der weltweit befragten Unternehmen haben schon mit einem Startup zusammengearbeitet und würden dies gerne noch einmal tun.

Nicht nur die Häufigkeit von Kollaborationen nimmt zu. Auch alle anderen erfolgskritischen Faktoren für Kollaborationen werden deutlich positiv bewertet: die Zufriedenheit, die allgemeine Kollaborationserfahrung und die erzielten Ergebnisse.

Grossunternehmen fokussieren sich mittlerweile mehr auf die Maximierung der Geschäftsergebnisse aus ihren Kooperationen mit Startups. Dabei gibt es verschiedene Kollaborationsmethoden. Die meistverbreitete Form ist die kommerziell ausgerichtete Kooperation (so genannte «Corp-Up», bei 70 Prozent der Unternehmen):

Sobald diese einmal umgesetzt wurde, wird ein Corp-up bei 95 von 100 Unternehmen zu Ende geführt. Corp-ups werden von Unternehmen genutzt, um einen Business Impact zu erzielen. Gründe dafür gibt es verschiedene:

Die Prognose im Allgemeinen ist positiv, allerdings haben die meisten Unternehmen noch einen langen Weg vor sich: Laut den befragten Unternehmen bieten Intensität, Qualität und Prozesse von Kollaborationen noch sehr viel Entwicklungspotenzial.

Aber wie gelingt es, dieses Potenzial auszuschöpfen? Unternehmen müssen es schaffen, einen Kollaborationsansatz zu entwickeln, der während des Prozesses Quantität, Qualität und Kosten optimiert – sprich: möglichst effizient ist.

Schweizer Grossunternehmen und Startups können im internationalen Vergleich gut miteinander

Auch 12 Schweizer Grossunternehmen (von gesamt 340 in der Studie) und 6 Schweizer Startups (von gesamt 203) wurden zu ihren Kollaborationsaktivitäten befragt.

Startups und Kollaborationsprojekte mit diesen haben inzwischen eine veritable Bedeutung für heimische Unternehmen. 17 Prozent der befragten etablierten Grossunternehmen aus der Schweiz geben an, «fast immer» mit Startups zu kooperieren (international: 15 Prozent). Ganze 42 Prozent (international: 28 Prozent) sehen sich dabei als «sehr» oder «extrem erfahren».

Ist die Schweiz also im internationalen Vergleich eine Kollaborations-Hochburg? Zwar sind Grossunternehmen erfahrener, allerdings ist die Zufriedenheit mit der Zusammenarbeit noch vergleichbar niedrig: Rund ein Drittel Unternehmen geben an, mit den Kollaborationen zufrieden zu sein.

Trotzdem, über alle in der Schweiz befragten Konzerne hinweg stehen laut Studie 14 Prozent sämtlicher Umsätze in Zusammenhang mit Startup-Kollaborationsprojekten (international: 12 Prozent).

Nach ihrer Selbsteinschätzung hatten nur ein Drittel der befragten Schweizer Startups bereits Erfahrung mit Corp-Ups. Die Erwartungen, dass sich diese tatsächlich in Umsätzen niederschlagen, sind mit 43 Prozent im internationalen Vergleich (41 Prozent) fast gleichauf.

Nichtdestotrotz scheint der Weg der Startups zur Kollaboration mit überschaubarem Aufwand verbunden zu sein. So hatten die befragten Startups bei Kooperations-Anfragen an Grossunternehmen im Durchschnitt eine Erfolgsrate von 30 Prozent (international: 22 Prozent). Das heisst, fast jede dritte Ansprache führte auch tatsächlich zu einem Vertrag.

Die Studie zeigt einmal mehr, wie wichtig Startups für die Innovationskraft der Schweizer Wirtschaft sind. Die Kollaboration zwischen Startups und etablierten Unternehmen ist ein relevanter Treiber  für diese, und die Schweiz befindet sich damit auf einem erfolgsversprechenden Weg.

Die vollständige Studie zum Herunterladen: https://www.match-maker.ventures/theageofcollaborationii/