Voice User Interfaces sind momentan hoch im Kurs. So sind in den letzten Tagen gleich drei Zeitungsartikel dazu erschienen. In diesen Beiträgen wird das «Voice Barometer Schweiz 2018» immer wieder zitiert, welches durch das Farner Lab initiiert wurde. Teilweise mit und teilweise ohne Namensnennung. Schon bald wird die neue Studie 2019 dazu veröffentlicht und im Beitrag der NZZ am Sonntag werden daraus auch erste Zahlen erwähnt. Hier das wichtigste aus den drei Beiträgen zusammengefasst:

NZZ am Sonntag – Ämäson und Guugel losed jetzt mit

«Intelligente Lautsprecher sind gefragte Gadgets im jetzigen Weihnachtsgeschäft. Sie verändern die Art und Weise, wie wir mit Computern kommunizieren, fundamental.»

Gleich zu Beginn wird hier eine der wichtigsten Erkenntnisse aufgegriffen. Zum ersten Mal können Menschen über ihre angeborene Kommunikationsschnittstelle, der Sprache, mit Maschinen kommunizieren. Die Spracheingabe erfolgt auch um einiges schneller als eine schriftliche Eingabe. So kann innert drei Sekunden mit einem Satz in z.B. ein Musikstück per Deeplink auf dem Mobilephone gestartet werden. Die manuelle Eingabe würde einiges länger dauern.

«Bei unserer repräsentativen Erhebung haben letztes Jahr 37% der befragten Schweizerinnen und Schweizer gesagt, dass sie Sprachfunktionen nutzen. Dieser Wert ist innert Jahresfrist auf 51% gestiegen.»

Diese Aussage ist bemerkenswert, da bei der zweiten Studie noch keine Voice-Plattform zu 100% auch dem CH-Markt vertreten war. Erst seit Ende Oktober ist Google mit ihren Smart-Speakern auch in der Schweiz auf dem Markt. Daher wird es interessant zu beobachten, wie der Impact auf die Studie 2020 sein wird.


Schweiz Am Wochenende / Watson – Schreibst du noch, oder sprichst du schon?

Dieser Beitrag umfasst viele Argumente, welche die These stützen, dass Voice User Interfaces die Zukunft gehören.

«Nach dem Touchscreen legt die Sprachsteuerung die Hürde, ins Internet zu gelangen, tiefer», sagt der Medienpsychologe Gregor Waller, der die Studie geleitet hat.

Einmal mehr wird hier der der Vorteil der Sprache hervorgehoben. Nicht nur Kindern, welche noch nicht ich schreiben können, erleichtert es den Zugang zu digitalen Inhalten. Sondern auch älteren Menschen mit beispielsweise einer Sehbehinderung oder eingeschränkter Mobilität lernen die Vorteile der Sprachsteuerung sehr schnell zu schätzen.

«Das gesprochene Wort wird im Umgang mit Maschinen in Zukunft wichtiger, da vermehrt die Möglichkeit besteht, über gesprochene Sprache mit ihnen zu kommunizieren», sagt Volker Dellwo, Professor am Institut für Computerlinguistik der Universität Zürich.

Sprechen statt Schreiben: Einige tun das exzessiv, weil schneller und persönlicher. Und doch unkomplizierter als Telefonieren, weil niemand am anderen Ende der Leitung ist, der einem widerspricht. Die «Sunday Times» meinte: «Vergessen Sie Textnachrichten.»

Einer der Hauptgründe warum Voice User Interfaces interessant sind: Sprache kann Emotionen viel besser transportieren als das geschriebene Wort. Amazon Alexa hat vor Kurzem angekündigt, dass Alexa auch in Emotionen sprechen kann. So kann einer Message sechs verschiedene emotionale Betonungen mitgegeben werden.


Süddeutsche Zeitung – „Siri, verstahsch du mi?“ – „Nö.“

Die SZ widmet sich dem Verständnis der Voice Assistants und dem Schweizerdeutsch. Es gibt einige Anzeichen, dass dies bei verschiedenen Anbietern durchaus auch eine Challange ist, die grosse Diversität des Schweizerdeutsch in Sachen Voice User Interfaces in den Griff zu bekommen. Ist diese Hürde einst überwunden, wird das sicher auch den anderen Sprachen helfen. Google hat Schweizerdeutsch bei einfachen Fragen schon recht gut im Griff. Man munkelt, dass Amazon Alexa Texte aus dem Schweizerdeutsch transkribieren lässt. Vielleicht verbirgt sich dahinter auch sowas wie ein inoffizieller Wettbewerb; wer es als erstes schafft eine Dialektsprache wie Schweizerdeutsch im Voice Assistant zu integrieren. Die Walliser Firma recapp ist mittlerweile schon recht lange an diesem Thema dran. Ihr Ziel ist es, alle Sprachen, welche in der Schweiz gesprochen werden, verarbeiten zu können. Ja auch Rätoromanisch soll früher oder später verstanden und gesprochen werden können.