Ich sags mal ganz direkt: Ein Workshop ohne Gruppenarbeiten ist einfach eine lange Sitzung! Wir erinnern uns an Markus’ Gedanken zur Kader-Konferenz: Wenn’s darum geht, richtig zu arbeiten, sind Gruppenarbeiten in Workshops essenziell – ob zu zweit oder in grösseren Gruppen 

Wir setzen Gruppenarbeiten häufig ein, um wichtige Themen vertiefter, effizienter oder aus verschiedenen Blickwinkeln zu bearbeiten. Oder wenn wir sicher gehen möchten, dass wir die Meinung aller Teilnehmenden aufnehmen und sich niemand in der Masse «verstecken» kann.   

Mit dem Transfer eines Workshops in den virtuellen Raum stellt sich natürlich die Frage: «Wie können wir Gruppenarbeiten online möglichst unkompliziert und natürlich umsetzen»?  

Aus Gruppenarbeiten werden Breakout Sessions 

Wir nutzen dafür konsequent Videokonferenz-Plattformen, die «Breakout Sessions» anbieten. Lange war das nur Zoom. Seit ein paar Wochen kann das (endlich) auch Microsoft Teams: Per Knopfdruck werden alle Personen in ihre Gruppenräume «gebeamt». Als Moderator*innen können wir in jedem Raum «nach dem Rechten schauen» und die Teilnehmenden über einen einfachen Knopfdruck zurück ins Plenum holen.  

Technik ist aber – wie immer – nur die eine Seite der Medaille. Wird die Gruppenarbeit – oder im virtuellen Raum nun die «Breakout Session» – nicht richtig eingebunden, können wir sie auch gleich weglassen.   

Tipps für zielführende Gruppenarbeiten 

Deshalb folgen nun fünf Tipps, die sowohl in physischen als auch virtuellen Workshops zentral sind: 

  1. Bei der Gruppeneinteilung strategisch überlegen: Nicht nur der Arbeitsinhalt, sondern auch die Aufteilung der Teilnehmenden kann für verschiedene Resultate sorgen. Ist es sinnvoller, wenn «Gspänli» aus dem gleichen Team zusammenarbeiten oder ist Perspektivenvielfalt erfolgskritisch? Die Gruppeneinteilung ist zentral in der Workshop-Planung! Auf Zoom und MS Teams kannst du die Teilnehmenden manuell, also einzeln, einer selbst definierten Anzahl Gruppen zuteilen. Oder du lässt dem Schicksal seinen Lauf: Nach dem Zufallsprinzip werden die Teilnehmenden in die zuvor definierte Anzahl Gruppenräume eingeteilt. Nichts ist fix – du kannst Personen natürlich immer noch austauschen, bevor du die Gruppenarbeit startest.
Achtung: Wenn du die Teilnehmenden manuell einteilst, musst du die Dramaturgie so aufbauen, dass du vor der Gruppenarbeit genügend Zeit hast, die Gruppeneinteilung zu machen (unser Rekord: 140 Teilnehmende in 15 Minuten in 14 verschiedene Breakouts 😉). Entweder baust du eine Pause ein oder ihr moderiert den Workshop zu zweit, so dass jemand die Einteilung vornehmen kann, während der/die andere moderiert.
  1. Timekeeper, Schreiber*in und ggf. Moderator*in bestimmen: In Gruppenarbeiten ist man auf einmal «unbeobachtet». Die Gefahr, sich dann nicht mehr auf die Arbeit zu konzentrieren, ist gross. Erinnern wir uns an die Schule – schon da war eine Gruppenarbeit der Moment, in dem man sich einfach unterhalten hat, statt wirklich etwas zu machen. Das hat sich heute nicht gross geändert. Sollen wirklich Resultate generiert werden, lohnt es sich, verschiedene Rollen oder Hüte zu verteilen: jemand schreibt, jemand behält die Zeit im Blick und jemand sorgt als Moderator*in dafür, dass die Aufgabenstellung sorgfältig bearbeitet wird. Die Hüte sorgen für mehr Verbindlichkeit.
  2. So genial wie banal: die Breakout Session / Gruppenarbeit richtig erklären! Das Ziel einer Gruppenarbeit ist, dass eine Gruppe ein Thema weiterentwickelt oder bespricht. Nichts ist nerviger, als wenn man nicht weiss, was zu tun ist. Oder wenn der/die Moderator*in alles vorgibt. Die Lösung: Entweder jede Gruppe bekommt eine*n Moderator*in zugeteilt, oder eine genaue Anweisung. Dieser sogenannte «stumme Moderator» hilft, Frust zu vermeiden: Vermerke für jeden Schritt der Gruppenarbeit Angaben zu Inhalt, Zeit und Fragestellung. Teile den stummen Moderator im virtuellen Raum jeweils kurz vor der Gruppenarbeit im Chat als PDF und starte anschliessend die Breakout Sessions.
  3. Das Arbeitstool festlegen: In einer Gruppenarbeit sollen alle Resultate festgehalten werden. Es ist zweitrangig, ob das auf Karten in Microsoft Visio, auf einem Whiteboard (online bieten sich Lucidspark, Miro oder die Desktop App von Teams Whiteboard an) oder in einem einfachen Powerpoint- oder Word-Template geschieht. Wichtig ist, dass du klare Angaben machst: Was sind die erwünschten Resultate? Wo werden diese festgehalten? Im virtuellen Raum bestimmen wir oft eine Person, die mitschreibt und entsprechend auch den eigenen Bildschirm teilt, damit die «Gruppengspänli» sehen, was notiert wird.
  4. Rückpräsentation sinnvoll einsetzen! In einer Rückpräsentation sollen die «Essenz» oder die «Früchte» des Schaffens geteilt werden. Den Teilnehmenden einfach zu sagen: «Erzählt mal, was ihr in der Gruppenarbeit erarbeitet habt» ist bisher selten gut gekommen. Überlege dir, was mit den Resultaten anschliessend passieren soll, und gebe auch für die Rückpräsentation konkrete Anweisungen: «Präsentiert 3 Ideen», «Teilt je 4 Pro- und Kontra-Argumente», «Pitcht eure Resultate in einer Minute».

Manche Teilnehmenden verorten Gruppenarbeit eher in die Schul- und Studienzeit. Sie sehen den Sinn dahinter nicht wirklich. Vielleicht liegt das aber auch einfach daran, dass sie in den Gruppenarbeiten etwas verloren sind? Hoffentlich helfen euch unsere Tipps. Bei Fragen zu Gruppenarbeiten oder Workshops allgemein – ob virtuell oder vor Ort – sind wir immer für einen Kaffee zu haben. Melde dich bei uns! 

Du hast noch nicht genug?

Dann  lese einen weiteren Artikel unserer Blog-Serie:

  1. gescheiterte Online Kader-Konferenz
  2. natürliches Networking
  3. abwechslungsreiche Interaktionsformate
  4. fundierte Dramaturgie
  5. verschiedene Akteure und Rollen

Illustration: Patrick Graf

Kontakt 

Farner Consulting AG 

Nadine Büchler 

nadine.buechler@farner.ch