Zunehmender Druck durch die Medien
Die Krisenkommunikation – im Rahmen eines Gerichtsverfahrens manchmal auch als Litigation-PR bezeichnet – ist eine Antwort auf diese neue Realität. Dabei geht es nicht darum, die Arbeit des Anwalts zu ersetzen oder die öffentliche Meinung zu manipulieren, sondern darum, einer legitimen Stellungnahme Gehör zu verschaffen. Sensible Fälle werden nicht mehr nur vor Gericht verhandelt. Sie werden in sozialen Netzwerken, in den Medien, von Influencern oder manchmal selbsternannten Experten diskutiert, beurteilt und kommentiert. Dieser permanente Informationsstrom kann massive Auswirkungen auf den Ruf einer Person oder Organisation haben, mit teils fatalen Folgen.
Antizipieren, vorbereiten, handeln und manchmal… schweigen
Bei Farner gliedert sich unser Ansatz je nach Kontext und Dringlichkeit in vier große Schritte:
1. Monitoring: Signale erkennen, Meinungsdynamiken beobachten und verstehen, erste Spannungen erkennen
2. Vorbereitung: Szenarien entwickeln, klare Botschaften definieren
3. Krisenmanagement: Schnell und konsequent handeln, wenn die Lage eskaliert und Panik ausbricht
4. Wiederherstellung der Reputation: Gibt es noch eine Möglichkeit, sich Gehör zu verschaffen? Oder ist es ratsamer, zu Schweigen zu raten?
Wir helfen unseren Kunden, Reputationskrisen zu überstehen, indem wir ihre Glaubwürdigkeit sichern und uns dabei an die Fakten, das Recht und die Empfindlichkeiten der Öffentlichkeit halten. Das erfordert Zuhören, eine gute Portion Demut und eine enge Zusammenarbeit mit den verschiedenen Interessengruppen.
Journalist*innen und Kommunikat*innen: Spannungen … aber auch Komplementarität
Es gibt nach wie vor gewisse Vorbehalte gegenüber unserem Beruf. Ein Journalist wies mich kürzlich darauf hin, dass bei Pressekonferenzen der Regierung oft mehr Kommunikationsfachleute als Reporter*innen anwesend seien. Die Allgegenwart der Kommunikation kann nerven. Und das ist verständlich.
Aber eine gute Kommunikationsfachperson versucht nicht, Informationen zu behindern oder zu „filtern”. Ihre Aufgabe ist es, sie hörbar, kontextualisiert und verständlich zu machen. Zudem ist die Stimme derer zu schützen, die nicht – oder nicht mehr – wissen, wie sie sich Gehör verschaffen können. Diese Rolle übernehmen wir verantwortungsbewusst und transparent.
Anwälte und Kommunikationsfachleute: synchronisierte Beratung für einen höheren Mehrwert
Für Anwält*innen wird zunehmend wichtiger, die Dimension der Kommunikation in ihre Strategie zu integrieren. Wir ersetzen nicht das Recht. Aber wir tragen dazu bei, das zu schützen, was das Recht allein nicht sichern kann: den Ruf, das Vertrauensverhältnis zur Öffentlichkeit, die Fähigkeit, sich nach einer Krise wieder aufzurappeln.
Krisenkommunikation ist keine Modeerscheinung. Sie ist ein symptomatisches Bedürfnis unserer Zeit. Dies anzuerkennen, bedeutet bereits, unsere Kunden besser für die Herausforderungen von heute zu wappnen.