Die heutige Informationsflut ist riesig. Wichtige Fakten zu einer Marke bei der relevanten Zielgruppe zu platzieren wird immer schwieriger. Insbesondere, wenn die Informationen komplex sind.

Da kommt Gamification ins Spiel. Eher trockene Informationen werden so spannend und nachhaltig vermittelt. «Game-based Learning» funktioniert nicht nur bei Kindern, auch Erwachsene prägen sich Inhalte so besser ein. Doch wie lässt sich dies gezielt fürs Marketing nutzen?

Gamification bedeutet, dass ein spieltypisches Element in einem spielfremden Kontext integriert ist. Vielleicht haben Sie auch schon auf 20min.ch an einem Quiz teilgenommen. Oder Sie haben an einem Messestand Ihre Visitenkarte hinterlassen, um z.B. eine Reise zu gewinnen. Oder Sie haben bei einem Social Media Voting teilgenommen, um für Ihr Lieblingsprodukt zu stimmen. Konkret heisst dies, dass Informationen über ein Spiel weitergegeben werden und nicht nur über einen Text.

Durch das spielerische Element steigt die Motivation, sich mit den Inhalten auseinanderzusetzen. Edutainment, also unterhaltsames Lernen, ist dabei ein weiteres Schlüsselwort. Bei komplexen oder trockenen Themen lohnt es sich deshalb ganz besonders, Gamification in die Marketing-Strategie einzubauen.

Was eignet sich für Gamification?

Ob komplexe oder trockenen Themen vermittelt, Brand Awareness generiert oder ein Corporate Event mehr Engagement auslösen soll: Gamification ist (fast) überall einsetzbar. Dabei sollen vorab jedoch einige Fragen gestellt und beantwortet werden:

Was und wen will das Unternehmen mit dem Spiel erreichen? Kann Gamification die Ziele der Marke erfolgreich unterstützen? Kann das Spiel in den Marketing- und Kommunikationsmix des Unternehmens eingebaut und beworben werden?

Mit den Antworten auf diese Fragen sieht man schnell, ob ein Spiel für die Marke, ein Thema sowie die Ziele der richtige unterstützende Weg ist.

Achten Sie auf diese 5 Dinge für ein erfolgreiches Spiel:

  1. Das Game muss einfach sein.
    Stellen Sie keine komplexen Fragen und halten Sie die Antworten kurz. Niemand will bei einem Game einen Roman an Instruktionen lesen.
  2. Die Spieldauer muss kurz sein.
    Sehr wenige nehmen freiwillig an einer 30-minütigen Umfrage teil. Begrenzen Sie deshalb das Spiel auf wenige Minuten. So bleibt es interessant.
  3. Witz und Humor helfen!
    Umso lustiger ein Spiel, umso mehr machen mit und merken sich etwas davon. Vielleicht sind es die humorvollen Fragen oder die lustigen Bilder. Auch Aha!-Erlebnisse helfen dabei.
  4. Denken Sie an ein Incentive.
    Der Anreiz kann beispielsweise ein Gutschein sein. Genau so gerne sieht ein Spieler, ob er der Profi ist, sich im Mittelfeld bewegt oder noch Aufholbedarf bei seinem Wissen hat. Idealerweise werden dabei alle bis auf den Profi dazu animiert, ihr Wissen nochmals zu testen.
  5. Bewerben! 
    Was hilft das beste Quiz, wenn Sie es nicht bewerben? Die Liste für mögliche Kanäle ist gross: via Social Media, Website, Event, Online-Werbung, Newsletter, Mitteilung an Mitarbeitende oder Poster am POS. Sprechen Sie über das Spiel und animieren Sie Ihre Zielgruppen, daran teilzunehmen.

Wo kann man das Game einsetzen?

Natürlich eignet sich eine Online-Plattform für die Umsetzung des Spieles fast am besten. Der Einsatz ist aber sehr vielfältig und muss nicht ausschliesslich digital stattfinden.

Auch der Einsatz im Event-Marketing, in der Live-Kommunikation bzw. am POS bieten gute Möglichkeiten. Also ganz egal, ob über die eigene Website, auf einer eigenen App, auf einem iPad an einer Messe, an einer Veranstaltung oder am POS gespielt wird: Gamification eignet sich an unterschiedlichsten Orten und holt alle Zielgruppen ab. Intern, extern, verschiedene Bildungslevels oder auch Hierarchiestufen werden gleichermassen angesprochen.

Und so kann es gehen: Praxisbeispiel aus der Systemgastronomie

McDonald’s, das beliebteste Burger-Restaurant der Schweiz und seit vielen Jahren geschätzter Kunde, wollte Know-how und Fakten an ein breites Zielpublikum vermitteln. Die Zielgruppe gestaltete sich sehr heterogen: Jung und Alt, bestehende und potenzielle Kunden sowie interne Stakeholder.

Das Unternehmen plante, an verschiedenen Messen teilzunehmen, und wünschte mehr als klassische Infografiken oder Flyer. Als perfekte Lösung kristallisierte sich Gamification schnell heraus. Das Spiel vermittelte auf humorvolle Weise die wichtigen Fakten und begeisterte alle Zielgruppen. Gespielt wurde dann nicht nur an den Messen, sondern auch über die eigene App. Die Bewerbung fand am POS, mit Online Banner und via Social Media statt.

Hier können Sie das Big-Mac-Quiz spielen.

Fazit zum Schluss

Zusammenfassend gesagt, kann man mit Gamification neue Impulse setzen und die Attraktivität einer Marke steigern. Natürlich nur, wenn es sich um ein wirklich gutes Spiel handelt. Wichtig ist, dass das Game Engagement auslöst und auf den Brand einzahlt. Mit einer witzigen Idee Aufmerksamkeit zu erzielen reicht heute eben nicht mehr. Auch die Ausführung muss bewegen und die Zielgruppen zum erwünschten Verhalten animieren.

Wo haben Sie Gamification erfolgreich eingesetzt? Sehen Sie weitere Aspekte? Dann schreiben Sie mir! Ich freue mich auf Ihre Nachricht per E-Mail (cornelia.stupf@farner.ch).